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Die Yasukuni-Frage

Ein Ort der Andacht und Kontroverse: Der Yasukuni-Schrein in Tokio

Ein Ort der Andacht und Kontroverse: Der Yasukuni-Schrein in Tokio. (flickr/mujitra)

Im Hauptquartier der Demokratischen Partei Japans stand Spitzenkandidat Yukio Hatoyama den ausländischen Medien Red und Antwort. Rund hundert Medienleute aus Asien, Europa und Amerika waren anwesend. Hatoyamas Verhältnis zum umstrittenen Yasukuni-Schrein stand dabei im Mittelpunkt. Auf die Frage, ob er als gewählter Premierminister dem Kriegsschrein einen Besuch abstatten würde, antwortete er: «Ich persönlich habe keine Absicht dorthin zu gehen. Von meinen Kabinettsmitgliedern verlange ich ebenfalls Zurückhaltung.»

In diesem Zusammenhang sagte Hatoyama, dass er die «Murayama-Erklärung» von 1995 «hochachten würde». Darin hatte sich die japanische Regierung unter dem letzten sozialdemokratischen Premierminister Tomiichi Murayama für die Kolonialherrschaft und die Invasion während des Zweiten Weltkrieges entschuldigt.

Kontroverser Kriegsschrein

Der Yasukuni-Schrein ehrt seit der Meiji-Zeit im 19. Jahrhundert die Kriegstoten Japans. Die Tatsache, dass auch verurteilte Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges ihren festen Platz im Schrein haben, stösst besonders in China und Korea auf grosse Kritik. Speziell Junichiro Koizumi besuchte während seiner Amtszeit regelmässige den Schrein und verursachte grosse diplomatische Unstimmigkeiten mit China. Seine Amtsnachfolger Shinzo Abe, Yasuo Fukuda und Taro Aso haben von einem Besuch abgesehen.

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