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Korea trauert um Kim Dae-jung

Kim Dae-jung

Darstellung des Kim Dae-jung Ausstellungszentrums in Gwangju, Südkorea: Treffen zwischen Kim Jong-il und Kim Dae-jung im Jahr 2000. (flickr/jeroen020)

Der ehemalige südkoreanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Kim Dae-jung ist gestern im Alter von 85 Jahren gestorben. Vor einem Monat war er wegen einer Lungenentzündung hospitalisiert worden. Kim Dae-jung erlag einem Herzversagen.

Kims Leben und Laufbahn waren eng mit Koreas bewegter Geschichte verknüpft. Geboren wurde er im damaligen Japanischen Kaiserreich in der heutigen südkoreanischen Provinz Jeollanam-do. Er machte sich als charismatischer Oppositionspolitiker einen Namen, der das autokratische Regime von Syngman Rhee (1948-1960) sowie die Militärdiktaturen unter Park Chung-hee (1961-1979) sowie Chun Doo-hwan (1980-1988) bekämpfte.

Deswegen wurde er nicht nur unter Hausarrest gestellt sondern wurde auch Ziel eines inszenierten Autounfalls und Opfer einer Entführung durch den koreanischen Geheimdienst. 1980 wurde er gar zum Tode verurteilt. 1982-1985 verbrachte Kim im amerikanischen Exil, bevor er in den späten 1980er Jahren gemeinsam mit Kim Young-sam die demokratische Opposition aufbaute. 1992 unterlag er in den Präsidentschaftsahlen seinem früheren Mitstreiter Kim Young-sam.

Sonnenscheinpolitik bringt Entspannung mit Nordkorea

1998 gelang Kim Dae-jung schliesslich doch noch der Einzug ins Blaue Haus in Seoul. Seine Politik war geprägt von der Sonnenscheinpolitik, einer Annäherung gegenüber Nordkorea, welche im Jahr 2000 mit einem Besuch Kims in Pjongjang ihren Höhepunkt fand.

Das Treffen zwischen Kim Dae-jung und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-il führte vorübergehend zu einer Entspannung der Beziehungen zwischen den beiden Korea. Erstmals wurden Familienzusammenführungen und gemeinsame Projekte wie Touren ins Geumgang-Gebirge möglich. Für seine Sonnenscheinpolitik wurde Kim Dae-jung mit dem Friedensnobelpreis des Jahres 2000 geehrt.

Verbindung mit Hyundai Asan

Nach dem Ende von Kim Dae-jungs Amtszeit im Jahr 2003 wurde der Glanz von Kims Erfolgen allerdings durch die Enthüllung getrübt, dass der Hyundai-Konzern eine Summe von bis zu 500 Mio. Dollar an Nordkorea gezahlt hatte, um das Gipfeltreffen möglich zu machen. Chung Mong-hun, ein Sohn des Hyundai-Gründers Chung Ju-yung, stürzte sich 2003 aus seinem Büro im 12. Stock, nachdem er beschuldigt worden war, die Zahlung in den gefälschten Büchern seiner Firma Hyundai Asan versteckt zu haben.

Seine Witwe Hyun Jeong-eun übernahm anschliessend die Geschäfte von Hyundai Asan, welche vor allem in den gemeinsamen Projekten mit Nordkorea involviert ist. Letzte Woche war Hyun Jeong-eun nach Nordkorea gereist (Asienspiegel berichtete) und konnte einen dort festgehaltenen Mitarbeiter freibekommen (Asienspiegel berichtete). Am Samstag konnte Hyun bei einem Treffen mit Kim Jong-il schliesslich erreichen, dass die gemeinsamen Projekte in Nordkorea wieder fortgeführt werden.

Schatten der Korruption

Personen aus dem Umkreis Kim Dae-jungs wurden der Korruption beschuldigt und Kim Dae-jung selbst wurde vorgeworfen, seine Heimatregion im Südwesten Südkoreas begünstigt zu haben. Trotzdem genoss Kim Dae-jung bei Koreas Politikern aller Lager und in der Bevölkerung bis zum Schluss ein sehr hohes Ansehen.

Politiker aus aller Welt kondolierten der Trauerfamilie, darunter der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak, der amerikanische Präsident Barack Obama und sogar Kims ehemaliger politischer Gegner Chun Doo-hwan sowie der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il.

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