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Mit Heidi in eine ökologische Zukunft

Die «Tokyo Motor Show» auf der Makuhari-Messe in der Präfektur Chiba ist die grösste Veranstaltung der japanischen Auto- und Motorradindustrie. Die diesjährige Show steht im Zeichen des Umweltbewusstseins und der Nachhaltigkeit. Entsprechend locken die Grossen der Industrie mit neuen Hybridmodellen, grünen Konzeptautos und mit einem Elektrowagen, der den Traum einer emissionsfreien Zukunft schon bald wahrmachen soll.

Für Nissan ist der Hybrid bereits überholt. Mit dem Nissan-Leaf setzt der Automobilhersteller aus Yokohama auf wiederaufladbare Batterien. An der «Tokyo Motor Show» wird das Elektroauto zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Das «erste, erschwingliche emissionsfreie Auto» wird Ende 2010 in Japan auf den Markt kommen. Mit einer Batterieladung wird man dann rund 160 Kilometer weit fahren können. Preismässig werde sich der Leaf nicht von einem benzinbetriebenen Modell unterscheiden.

Hohe Produktionskosten

Experten bleiben jedoch kritisch gegenüber einem baldigen Durchbruch der Elektroautos. Noch seien die Produktionskosten zu hoch und zudem fehle es an flächendeckenden Auflade-Stationen für die Elektroautos. Sie verweisen auch auf die möglichen Risiken von Überhitzungen der Lithium-Ionen-Batterien, wie dies bei Notebooks regelmässig der Fall sei.

Andere Stimmen, wie bei Nissan, sind zuversichtlich für die Zukunft des Leafs. Die Produktionskosten würden stetig sinken und das Konzept der staatlichen Zuschüsse beim Kauf eines emissionsfreien Autos habe sich schon in einigen Ländern durchgesetzt. Die Zukunft sei grün.

Heidi als Aushängeschild

So hat Nissan in Japan eine aufwändige Werbekampagne gestartet, die das Bewusstsein für niedrigen Treibstoffverbrauch fördern soll. Dafür greift der Autohersteller auf die Anime-Serie «Heidi» zurück, die auf dem gleichnamigen Roman von Johanna Spyri basiert und im Japan der 1970er-Jahre grosse Erfolge feierte.

Mit einer Reihe von humoristischen Werbeclips lässt Nissan die unentwegte Heidi den Geissenpeter, den Alpöhi und auch die Berge wiederholt nach der Bedeutung des Wortes «Niedriger Treibstoffverbrauch» (teinenpi) fragen. Diese können ihr den Begriff aber beim besten Willen nicht erklären.

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