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Ein Lichtspiel gegen das Vergessen

Ein Publikumsmagnet: Jedes Jahr strömen Millionen von Menschen im Dezember nach Kobe. (flickr/gwaar)

Alljährlich findet im Gedenken an das verheerende Kobe-Erdbeben von 1995 das «Luminarie»-Festival statt. Eine gigantische Lichtinstallation, die von der italienischen Regierung gespendet und von Valerio Festi und Hirokazu Imaoka errichtet wurde, erhellt dabei während 2 Wochen den Nachthimmel im Zentrum Kobes. Jedes einzelne der rund 200’000 Lichter ist von Hand bemalt. Die Hauptstrassen werden für dieses Weihnachtsspektakel jeweils am Abend für den Verkehr gesperrt, um eine riesige Menschenmasse unter den dekorativen Lichterbogen zu geleiten.

Die Eröffnung des Lichtspiels hat am 3. Dezember 148’000 Schaulustige angezogen. Das «Kobe Luminarie» zählt jährlich 3 bis 5 Millionen Besucher. Im Dezember 1995 fand das Gedenkfestival zum ersten Mal statt. Die 15. Austragung findet zwischen dem 3. und 14. Dezember unter dem Motto «Die Umarmung des Lichts» statt.

Die Katastrophe von 1995

Am frühen Dienstagmorgen des 17. Januar 1995 bebte in Kobe mit einer Stärke von 7,3 auf der Magnitudenskala die Erde. 6’434 Menschen verloren ihr Leben, 44’000 Menschen wurden verletzt. 300’000 wurden durch die entstandenen Brände obdachlos. Über 100’000 Gebäude wurden völlig zerstört. Die Hochautobahn von Kobe kippte in einer Länge von 5 Kilometern um.

Das unzureichende Katastrophenmanagement sorgte in den Tagen danach für ein weitreichendes Versorgungschaos. Über 5’000 Nachbeben wurden gemessen. Der Gesamtschaden wird heute auf 100 Milliarden Dollar beziffert. Hätte das Erdbeben tagsüber stattgefunden, wäre es zu einer noch viel grösseren Katastrophe gekommen. Innert weniger Jahre wurde die Infrastruktur der Stadt wiederaufgebaut. Das «Kobe Luminarie» soll an diese schwierige Zeit erinnern.

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