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Takanohanas schwerster Kampf

Sumo-Turnier in Osaka. (flickr/m-louis)

Der Ex-Sumoringer Takanohana kämpft gegen einen übermächtigen Gegner: Japans konservativen Sumo-Verband. Der 37-jährige Takanohana ist Vorsteher eines Sumo-Stalles und fordert eine Modernisierung des Sumo-Verbands, um der schwindenden Popularität des skandalgeplagten Traditionsports Einhalt zu gebieten.

Skandale und Nachwuchsmangel

Vor 2 Jahren starb ein junger Sumoringer, nachdem er auf Befehl seines Trainers mit einer Bierflasche und einem Baseballschläger geschlagen worden war. Im vergangenen Jahr wurden 2 russische Athlete mit Marihuana erwischt und verurteilt und es kursieren hartnäckig Gerüchte, einige Kämpfe seien abgesprochen.

Als wären der Probleme nicht genug, leidet der Sumo-Sport auch noch unter einheimischem Nachwuchsmangel. Seit 3 Jahren hat kein japanischer Sumoringer mehr den Titel gewonnen und an den Turnieren stammt mehr als ein Drittel der Kämpfer aus Ländern wie der Mongolei, Russland, Brasilien oder Tonga.

Takanohana will den Sumo-Verband reformieren und modernisieren. Er will Sumo an die Schulen bringen, um das Interesse und den einheimischen Nachwuchs zu fördern. Ausserdem fordert er mehr Geld für Nachwuchskämpfer und mehr Transparenz bei den Bonusbezügen der Vorstandsmitglieder des Sumo-Verbandes.

Aus den Hinterzimmern in die Medien

Mit diesen Forderungen kandidiert er für die Wahl in den Vorstand des Sumo-Verbandes, dem er dabei gleichzeitig auf die Füsse tritt. Seit 1968 hat der Verband erst 3 Mal abgestimmt und der Vorstand wurde jeweils hinter verschlossenen Türen bestimmt. Der Verband ist deshalb alles andere als erfreut, dass Takanohana seine Forderungen in die Medien trägt und mit seiner Kandidatur eine Wahl erzwingt.

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