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Die ungerechte Macht der Konzerne

Südkoreas Bevölkerung empfindet die Gesellschaft als ungerecht: Strassenszene in Seoul. (flickr/SMOKEHARD)

Eine Mehrheit der südkoreanischen Bevölkerung glaubt nicht, dass sie in einer gerechten Gesellschaft lebt, wie sie Präsident Lee Myung-bak zum Schwerpunkt der 2. Hälfte seiner Amtszeit gemacht hat.

Eine Umfrage der Zeitung Joongang Ilbo bei gut 2000 Südkoreanern hat ergeben, dass 73 Prozent der Bevölkerung die südkoreanische Gesellschaft als ungerecht empfinden; 26 Prozent fanden, sie sei gerecht. 73,5 Prozent der Befragten waren zudem der Meinung, kleinere und mittlere Unternehmen litten unter der Dominanz der grossen Mischkonzerne (Koreanisch: Jaebeol) wie Samsung, LG, und Hyundai.

Lee traf sich vergangene Woche mit den Konzernchefs der Jaebol, um sie zu mehr Zusammenarbeit mit kleineren Unternehmen aufzurufen. Lee gilt als Mann der Wirtschaft mit guten Verbindungen zu den Grosskonzernen, da er vor seiner politischen Karriere selbst mehrere Unternehmen der Hyundai-Gruppe führte.

Konglomerate verlieren die Gunst der Bevölkerung

Obwohl die südkoreanische Wirtschaft weitgehend von der Krise verschont geblieben ist, sanken die Konzerne in der Gunst der Bevölkerung. Waren in früheren Jahren noch etwa 40 Prozent den Jaebol gegenüber positiv eingestellt, so fiel dieser Wert in der diesjährigen Umfrage unter 30 Prozent.

Präsident Lee Myung-bak hat also noch viel Arbeit vor sich, wenn er die südkoreanische Bevölkerung von einer gerechten Gesellschaft überzeugen will.

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