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Erinnerungen für die Zukunft

Ein Erinnerungsfoto aus dem Jahr 2004 vom Sandstrand beim inzwischen vom Tsunami zerstörten Kiefernwald von Rikuzentakata. (Quelle: Miraikioku.com/ Google Japan)

Ein Erinnerungsfoto aus dem Jahr 2004 vom Sandstrand beim inzwischen vom Tsunami zerstörten Kiefernwald von Rikuzentakata. (Quelle: Miraikioku.com/ Google Japan)

«Durch den Tsunami sind viele Erinnerungen, die als Foto oder Film festgehalten wurden, verloren gegangen….wenn wir aber unsere Kräfte bündeln, können wir diese bestimmt zurückholen», beschreibt Google sein einmaliges Projekt Mirai no Kioku – Erinnerungen für die Zukunft. Auf der gleichnamigen Website bietet der Internetkonzern den Menschen aus der japanischen Krisenregion die Möglichkeit, ihre privaten Fotos aus den Tagen vor und nach der Katastrophe hochzuladen.

Bis Anfang August sind so 12’000 Bilder und 300 Videos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Viele davon wurden mit der Handykamera gemacht. Es ist eine digitale Fotocollage einer lebendigen Region, die vom gemütlichen Alltag vor und den Strapazen sowie der Zerstörung nach dem Tsunami erzählt. Das Fotoalbum ist entsprechend in Vor- und Nachher-Kategorien eingeteilt. Auch nach Ortsnamen können Fotos gesucht werden. Denn bei jedem hochgeladenen Beitrag wird gleichzeitig die geographische Lage auf einer Karte angezeigt.

Ein notwendiges Projekt

«Vielen Menschen haben ihre Bilder in den Fluten verloren, andere machten sich sorgen, dass ihre lokalen Festivitäten für immer verloren seien», erklärt Koji Baba von Google Japan in einem Interview mit der Mainichi Shimbun. «Wir fühlten, dass dieses Projekt notwendig war.» Die Fotos und Videos können im Internet oder in 50 sogenannten Erinnerungsboxen in der Präfektur Miyagi bewundert werden. «Durch dieses Projekt kann man Erinnerungen von unbekannten Menschen erleben, so als wären es die eigenen», sagt Koji Baba weiter. 

Google Japan arbeitet bei diesem historischen Kraftakt gegen das Vergessen mit der NPO 20th Century Archive of Sendai zusammen, der man ebenfalls seine Handyfotos weiterleiten kann. Koji Baba hofft, dass mit Erinnerungen für die Zukunft das Interesse an der Krisenregion aufrechterhalten wird.  Gleichzeitig wird den Menschen, die so viel an Erinnerungsstücken verloren haben, damit ein kleines Stück Vergangenheit für eine bessere Zukunft zurückgegeben.

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