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Der verwöhnte Sprössling

Das Foto der verhängnisvollen Rechnung, weiterkopiert auf dem Microblog von Yang Xiaoming (sina weibo/小明_杨)

Das Foto der verhängnisvollen Rechnung, weiterkopiert auf dem Microblog von Yang Xiaoming (sina weibo/小明_杨)

User Jackie_Zhengwen twitterte über eine Rechnung für ein Abendessen über 83’630 Yuan (9500 Euro), mit dem Kommentar «Ich danke diesem nichtsnutzigen Team Chinas, das mir half, diese Rechnung zu begleichen». Am selben Abend verlor Chinas Fussballteam gegen Singapur, offensichtlich zugunsten von Jackie. Das entspricht in etwa dem Preis einer einfachen Vier-Zimmer-Wohnung in der Provinzhauptstadt Hefei (Anhui-Provinz).

Ein kaiserliches Abendessen zu diesem Preis liess in der Internetgemeinschaft niemanden kalt. Der 80’000-Typ geisterte als neues Wort durch den Mikrobloggingdienst, wie die Hongkonger Epoch Times berichtet. Kurz nach seiner Meldung löschte Jackie zwar alle Inhalte seines Mikroblogs und änderte seinen Benutzernamen. Doch die User kamen ihm zuvor und publizierten sämtliche Details über ihn.

Teurer Schnaps für den KP-Zögling

Gemäss der Rechnung fand das üppige Mahl in einem Edelrestaurant im Nordosten Pekings statt. Zum Umfang gehörten 30 Gerichte, mehrere Flaschen teuerster Schnaps der Edelmarke Maotai, und teilweise unter Schutz stehender chinesischer Riesensalamander. Dies alles konsumierten 10 am Bankett teilnehmende Personen.

Die User, die die Rechnung sahen, waren empört: «Wie kann man nur für 80’000 essen?». Kurz darauf fahndeten die neugierigen User nach der wahren Identität hinter dem vermögenden Jackie_Zhengwen. Renrou sousou, Menschenfleischsuche nennt sich dies auf Chinesisch. Die Nachforschungen ergaben, dass er mit richtigem Name Zheng Wen heisst, 1982 geboren wurde und auf eine Schule der Kommunistischen Partei geht.

Luxusautos und teure Uhren

Bevor die Inhalte auf seinem Mikroblog löschte, brüstete er sich darauf mit seinen Banketterlebnissen, seinen Luxusautos und teuren Uhren. Offenbar stammt er ursprünglich aus einer Hafenstadt der Provinz Jiangsu und ist angeblich der Sohn des Vorstandsvorsitzenden der China National Salt Industry Corporation.

Weitere Suchen ergaben, dass er zwischen Kanada und verschiedenen chinesischen Grossstädten hin und herpendelt.Einige User vermuten jedoch, dass Zheng Wen über noch weiter reichende Verbindungen verfügt, als nur der Sohn eines Kaders von China Salt zu sein. Denn viele auf Weibo publizierten Details wurden kurz nach ihrem Erscheinen bereits wieder wie von Zauberhand gelöscht.

Die Menschenfleischsuche

Renrou sousuo ist ein beliebtes Mittel in China, um Personen an eine Art virtuellen Pranger zu stellen.Die Suche dient insbesondere auch dazu, auf Amtsmissbrauch kommunistischer Kader aufmerksam zu machen.Dabei werden über die betroffenen Personen sämtliche Details öffentlich gemacht, die gefunden werden können, von der persönlichen Identitätsnummer bis hin zum Ort, wo die Kinder zur Schule gehen.

Eine ähnliche Suche widerfuhr beispielsweise dem bereits abgetretenen Pressesprecher des Eisenbahnministeriums, Wang Yongping (Asienspiegel berichtete).

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