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Einkaufstüten der Luxusklasse

Heiss begehrt in China: Einkaufstüten von Chanel und Marc Jacobs. (flickr/ prawncrisps)

Heiss begehrt in China: Einkaufstüten von Chanel und Marc Jacobs. (flickr/ prawncrisps)

Kleider, Möbel oder andere Gegenstände aus zweiter Hand zu kaufen, ist in China weniger üblich als andernorts. Wie die Hongkonger Epoch Times und andere Medien berichten, floriert jedoch der Handel mit gebrauchten Einkaufstüten von berühmten Luxusmarken. Zwar erhält der Käufer oder die Käuferin üblicherweise alles in Tüten und Plastiksäcke verpackt, diese werden jedoch meist kurz darauf weggeworfen oder als Abfallsack weiterverwendet.

Doch Tüten von Chanel, Louis Vuitton, Gucci und anderen teuren Marken sind äusserst beliebte Sammelobjekte. Wie die Marke der Produkte, die sie umhüllen, verfügen sie auch über einen höheren Wert als andere Einkaufstüten. Damit findet sich auch eine Käuferschaft, die sich zwar die Luxusgüter selber nicht leisten kann, doch den Erwerb einer Tüte trotzdem mit dem Statussymbol der Marke verbindet.

Papierluxus aus zweiter Hand

Die Preisbereiche, in denen diese Luxuspapiertüten verkauft werden, rangieren vom Erschwinglichen bis zum Unglaublichen. Eine kleine Papiertüte von Chanel wird im Internet etwa für 2.4 RMB (0.25 Euro) angeboten, wie die Epoch Times erwähnt. Doch grössere Verpackungen können gut und gerne den Preis von 100 (11 Euro) bis 200 RMB tragen.

Auch andere Verpackungen, die Luxusprodukte umhüllen, verkaufen sich aus zweiter Hand auch über das Internet: Einige Marken wie Prada oder Chanel stellten auf durchsichtige Plastiktüten um, um ihre Produkte zu verpacken. Der darin enthaltene Einkauf hüllen sie zusätzlich in Filzsäckchen, worauf ebenfalls das Logo steht. Selbst diese finden bei der markenorientierten Käuferschaft einen Absatz.

Trend aus Südkorea

Laut des chinesischen Wall Street Journal stammt dieser Trend aus Südkorea, wo auf dem «Markt für Secondhand-Papiertüten» Taschen bis zu 23 US-Dollars angeboten werden. Die Epoch Times vermutet jedoch, dass solche Tüten aufgrund des grossen Fälschungsmarktes solchen reissenden Absatz finden. Denn ist die Verpackung echt, verkauft sich darin das gefälschte Produkt umso leichter.

Trotzdem ist es meist Status, den solche Tüten vermitteln: Die chinesische Phoenix Media zitiert eine Frau Pan, die bei jedem ihrer Geschäftsreisen im Ausland Tüten sammelt. «Schon einige baten mich, bei meinen Einkäufen einige dieser grossen Papiertüten zusätzlich zu verlangen. Erst danach habe ich langsam realisiert, dass diese eigentlich von Wert sind», sagt sie. So bittet sie bei jedem ihrer Einkäufe darum, jedes einzelne Produkt in eigene Verpackungen einzuhüllen, die sie dann nach Hause mitbringt.

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