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Obamas offengelegte Flugpläne

Ein Bild aus dem Kontrollraum der Flugsicherung am Flughafen Haneda. (Auszug: ANN News)

Ein Bild aus dem Kontrollraum der Flugsicherung am Flughafen Haneda. (Auszug: ANN News)

Wenn immer der amerikanische Präsident mit seiner Air-Force-One-Maschine in der Welt herumfliegt, sind deren genaue Flugdaten, -route oder Ankunftszeit streng geheim. In Japan sickerten diese Daten jedoch an die Öffentlichkeit.

Wie die Yomiuri Shimbun berichtet, hat ein Angestellter der Flugsicherung am Tokioter Flughafen Haneda über Monate hinweg streng geheime Daten auf seinem Blog veröffentlicht. Der über 50-jährige erfahrene Mitarbeiter publizierte über 12 Fotos, auf denen der Kontroll-, Radarraum und die dazugehörigen Karten mit spezifischen Fluginformationen zu sehen sind.

Auf einem Foto ist der detaillierte Flugplan der amerikanischen Präsidentenmaschine von Tokio nach Seoul vom 12. November 2010 ersichtlich. Zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichte der Angestellte Bilder mit Informationen zur amerikanischen Drohne, die regelmässig über das havarierte AKW Fukushima flog. Der Fall wirft viele Fragen auf, denn gewöhnlich ist es den Mitarbeitern im Kontrollraum der Flughäfen untersagt, Fotos zu schiessen.

Peinlicher Vorfall

Auf die Blog-Aktivitäten wurden die Behörden erst letzte Woche aufmerksam. Der Angestellte wurde inzwischen befragt. Der Blogger soll nicht böswillig gehandelt haben. Er wollte die Fotos lediglich seinen Freunden und Bekannten zeigen, heisst es. Der über 50-jährige Angestellte arbeitet seit 1981 bei der Flugsicherung am Flughafen Haneda, deren Arbeit wegen des hohen Flugaufkommens als äusserst anspruchsvoll gilt.

Für Japan ist dieser Vorfall besonders peinlich. Premierminister Yoshihiko Noda werde sich gleich bei seinem ersten Besuch in Washington Ende Monat offiziell dafür entschuldigen müssen, wie ein Offizieller der Regierung gegenüber der Yomiuri Shimbun andeutet. Es ist kein guter Anfang für die von Noda propagierte Stärkung der Sicherheitspartnerschaft beider Länder.

Nicht der erste Vorfall

Dabei handelt es sich um keinen Einzelfall. Japanische Staatsangestellte haben in der jüngsten Vergangenheit wiederholt streng geheime Informationen durchsickern lassen, wie beispielsweise beim Fall der Fischkutter-Kollision vor den umstrittenen Senkaku-Inseln (Asienspiegel berichtete). Die umstrittenen Fotos des Kontrollraums im Flughafen Haneda wurden inzwischen gelöscht. Dem Angestellten droht nun eine Klage wegen Veröffentlichung geheimer Daten.

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