News aus Japan, Taiwan und China

Das Leben danach

Thomas Köhler ist von der Nordspitze Hokkaidos bis zur Südspitze Kyushus marschiert. 2900 Kilometer legte er zwischen August und Dezember zu Fuss zurück, «um positive Signale aus Japan zu senden und zu zeigen, dass hier nicht alles Fukushima ist.» Denn Japan ist noch immer eine Reise wert, ist Reisefachmann Köhler mehr denn je überzeugt. In einem Blog berichtete er täglich über seine Reise und seit kurzem auch über die Zeit danach. Und auch für Asienspiegel bloggt Thomas Köhler über die Reise seines Lebens.

Das Wiedersehen mit den Kanemuras. (Foto: Thomas Köhler)

Das Wiedersehen mit den Kanemuras. (Foto: Thomas Köhler)

Drei Wochen sind seit meiner Ankunft am Kap Sata auf Kyushu vergangen. Langsam spüre ich auch, wie sich mein Körper am Erholen ist. Ich geniesse die Onsen-Bäder und die körperliche Ruhe. Vorbei sind die täglichen 30-Kilometer-Märsche. Meine Reise über 2900 Kilometer war eine körperliche Erfahrung, die ich so noch nie erlebt hatte.

Obwohl ich schon 40 Marathons gelaufen bin, habe ich erst jetzt verstanden, wie nahe Körper und Geist in Verbindung stehen. Vor dieser Reise hatte ich dies überhaupt nie richtig realisiert, wie könnte ich auch. Ich war vorher noch nie so lange zu Fuss unterwegs. Diese 5 Monate haben mich aber nicht nur viel über mich selbst, sondern auch noch viel mehr über Japan gelehrt.

EIN SCHÖNES WIEDERSEHEN

Gerade die täglichen Begegnungen mit den Menschen haben mir das Land noch einmal näher gebracht. Unvergessen waren beispielsweise Herr und Frau Kanemura, das Motorrad-Paar, das ich am 10. August auf Hokkaido kennenlernte. Über 1500 Kilometer und fast vier Monate später begegneten wir uns in der Präfektur Tottori wieder.

Damals versprach ich Frau und Herrn Kanemura, dass ich sie nach meiner Reise in ihrer Heimat Osaka besuchen würde. Gesagt, getan, über Facebook kontaktierte ich sie und wir vereinbarten einen Treffpunkt an der Shin-Osaka Station. Mit köstlichem Essen und einem feinem Sake bis in die späten Abendstunden genossen wir unser Wiedersehen. Ich hoffe, dass sich Frau und Herr Kanemura dereinst die Schönheit meines Landes zeigen darf.

Eine Szene aus dem entstehenden Dokumentarfilm über Thomas Köhlers Reise. (Foto: Asienspiegel/ Thom Pictures)

Eine Szene aus dem entstehenden Dokumentarfilm über Thomas Köhlers Reise. (Foto: Asienspiegel/ Thom Pictures)

DIE REISE GEHT WEITER

In Japan hat nun das Jahr des Drachen begonnen. Die Menschen sind voller Zuversicht. Gedanken und Ideen über die Umstellung und Nutzung erneuerbarer Energien sind täglich zu hören. Auch für den Tourismus werden grosse Anstrengungen unternommen. Jeder Ort versucht mit neuen Ideen und viel Leidenschaft für sich zu werben.

Dies hat sich bereits auch schon bemerkbar gemacht, denn auch das Interesse der Schweizer Touristen, nach Japan zu reisen, steigt wieder an. Darüber freue ich mich sehr. Ich persönlich bleibe noch ein bisschen in Japan. Denn noch stehen für mich einige Begegnungen und Projekte an, auf die ich mich besonders freue. Doch mehr darüber später.

POSTKARTEN FÜR EINEN GUTEN ZWECK

In der Zwischenzeit ist in Zusammenarbeit mit der Teefirma Obubu, dem Sakura Ryokan und Kotobuki das Postkarten-Projekt Walk for Japan entstanden. Mit Hilfe dieser Initiative können Fotos von meiner Reise durch Japan im Postkarten-Set bestellt werden können. Der Erlös geht an ein Tsunami-Hilfsprojekt der Teefirma Obubu. Die Postkarten können bereits jetzt in Japan und im Ausland bestellt werden. Ich freue mich auf Ihre Unterstützung!

Eine Szene aus dem entstehenden Dokumentarfilm über Thomas Köhlers Reise. (Foto: Asienspiegel/ Thom Pictures)

Eine Szene aus dem entstehenden Dokumentarfilm über Thomas Köhlers Reise. (Foto: Asienspiegel/ Thom Pictures)

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