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Japans Frauen übernehmen

Will etwas verändern: Naomi Koshi, die neue Bürgermeisterin von Otsu. (Screenshot: ANN News)

Will etwas verändern: Naomi Koshi, die neue Bürgermeisterin von Otsu. (Screenshot: ANN News)

Die Präfektur Shiga neben Kyoto ist fest in der Hand der Frauen. Hier regiert die Gouverneurin Yukiko Kada. Und seit dem letzten Wochenende stellt die Präfekturhauptstadt Otsu auch die jüngste Bürgermeisterin des Landes. Unterstützt von der regierenden Demokratischen Partei hat die rund 36-jährige Naomi Koshi in einer überraschenden Wahl den 70-jährigen Makoto Mekata aus dem Amt gedrängt.

Die Anwältin mit Harvard-Abschluss hat grosse Pläne. Sie will nichts Geringeres als die japanische Gesellschaft umpflügen. Die Frauen sollen endlich die Möglichkeit erhalten Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Um dies zu umzusetzen, will sie die Kinderbetreuung und familienfreundlichere Arbeitsbedingungen schaffen.

«Arbeit oder Familie. Oder die Betreuung eines betagten Familienmitgliedes. Ich will das Leben der Frauen ändern, die im Moment gezwungen sind zwischen diesen Optionen zu wählen», erklärt Koshi der Mainichi Shimbun. Sie weiss, wovon sie spricht. Sie ist selbst Single, weil auch sie sich für einen Weg entscheiden musste. Ihre Mutter musste ihren Beruf aufgeben, um sich um die Grossmutter zu kümmern.

Auf den hinteren Plätzen

Was die Gleichberechtigung der Frau am Arbeitsplatz betrifft, hat Japan noch viel Nachholbedarf. In einer Studie des World Economic Forum zu diesem Thema rangiert das Land regelmässig auf den hinteren Plätzen (Asienspiegel berichtete).

Die 340’000-Einwohner-Stadt Otsu am grossen Biwa-See verspricht sie zu «einem lebenswerteren Ort» gestalten. Dafür will sie eng mit Gouverneurin Kada zusammenarbeiten. Otsu ist nebenbei die Schwesterstadt von Interlaken und Würzburg.

Karriere als Anwältin und Politikerin

Naomi Koshi arbeitete nach ihrem Studium in Harvard als Anwältin in New York, bevor sie sich entschloss, in ihre Heimatstadt zurückzukehren, um in die Politik einzusteigen. Viele rieten ihr von diesem Karriereschritt ab. Sie sei zu jung und habe ohnehin in der japanischen Politik, die fast ausschliesslich von Männern geprägt ist, keine Chance. Koshi liess sich glücklicherweise nicht von ihrem Vorhaben abbringen.

Koshi ist übrigens nicht die erste Jung-Politikerin, die für Furore sorgt. Im Dezember 2010 wählte die 460’000-Einwohner-Stadt Amagasaki in der Präfektur Hyogo die 38-jährige grüne Politikerin Kazumi Inamura zur damals jüngsten Bürgermeisterin Japans gewählt (Asienspiegel berichtete).

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