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Zwischenfall im Atomland

Blick auf das AKW Gori in Busan. (flickr/ Jens-Olaf)

Blick auf das AKW Gori in Busan. (flickr/ Jens-Olaf)

21 Reaktoren betreibt Südkorea und deckt damit 31 Prozent seines landesweiten Strombedarfs ab. Bis 2030 soll dieser Wert auf 59 Prozent steigen, der Bau von 19 weiteren Reaktoren ist dafür geplant. 2009 erhielt das Land gar den Auftrag, seine Technologie in die Vereinigten Arabische Emirate zu exportieren. Langfristig träumt die Regierung in Seoul davon, zu einem führenden Exporteur von Kernkraftwerken zu werden.

Zweifel an der Atomkraft gab es nur kurz nach der AKW-Katastrophe von Fukushima. Präsident Lee Myung-bank ordnete in der Folge Sicherheitstests an, die Baustandards für die Erdbebensicherheit wurde noch einmal angepasst. Eine neue Kommission zur Kontrollaufsicht der Reaktoren wurde ins Leben geschaffen.

Vorfall im AKW Gori

Doch so ganz problemfrei scheinen auch die Reaktoren in Südkorea nicht zu sein. Wie Korea Herald berichtet, kam es am 9. Februar im AKW Gori 1 bei Busan zu einem 12-minütigen Stromausfall. Einem Ingenieur war bei einer Kontrolle ein Fehler unterlaufen. Der Dieselgenerator versagte seinen Dienst. Ein Notstromsystem sorgte schliesslich für die Sicherheit.

Die Betreiber verschwiegen den Vorfall, obwohl dafür sofortige Meldepflicht herrscht. Nur ein Zufall – ein Lokalabgeordneter hörte ein Gespräch zwischen Ingenieuren des AKW in einem Restaurant mit – brachte die Angelegenheit einen Monat später ans Tageslicht.

Der Reaktor Gori 1 ist ein Greis. 35 Jahre alt ist die Anlage. 2007 bewilligte Seoul eine Betriebsverlängerung um 10 Jahre. Der Zwischenfall hat jedoch Zweifel an der Sicherheit des Reaktors und der Zuverlässigkeit der Betreiber aufkommen lassen. Anti-AKW-Bewegungen verwiesen auf den Fall in Fukushima, wo auch das Notstromsystem versagt hatte.

Wahlthema Atomenergie

Die anstehenden Parlamentswahlen Anfang April haben die Atomkraft doch noch zu einem Thema gemacht. Oppositionsführerin Han Myeong-sook von der Democratic United Party versprach gemäss dem Wall Street Journal, bei einem Wahlsieg ihrer Partei die Abhängigkeit von der Nuklearenergie zu schmälern.

Die regierende New Frontier Party hält jedoch nichts von solchen Ankündigungen. Für Präsident Lee Myung-bak gibt es keine Alternativen im rohstoffarmen Land: «Falls wir die Atomenergie aufgeben, müssten die Menschen 40 Prozent mehr für den Strom zahlen. Uns bleibt keine andere Wahl als die Atomenergie», zitiert ihn das Wall Street Journal in einem weiteren Artikel.

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