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Baidu wird zum Kondom

Baidu-Kondome in China.

Baidu-Kondome in China.

Ob sich damit besser eine weibliche Begleitung finden lässt? Oder ob es noch heissere Nächte ermöglicht? Nach gefälschten Apple-Läden und Windows-Klonen wurde nun die chinesische Suchmaschine Baidu (wörtl. «100 Grad») Plagiatsopfer im eigenen Land. Baidus Marktanteil in China ist vergleichbar mit demjenigen Googles weltweit und ist die grösste Suchmaschine Chinas. Ausgerechnet ein Kondomhersteller machte sich nun deren Bekanntheit zu eigen.

Als plötzlich Kondome der Marke Baidu in den Verkaufsregalen lagen, erzeugte die Herstellerfirma aus Shenzhen mit dem Namen Yelaixiang («Tuberose», eine Blumenart) verständlicherweise grosse Verwirrung: Viele dachten, die riesige Internetfirma produziere nun auch Kondome.

Gleicher Name, verschiedene Produktgebiete

Der Antrag von Yelaixiang, den Namen Baidu als Markenzeichen einzutragen, wurde 2008 von dem Amt für Patente und Markenzeichen bestätigt. Der Name galt für Produkte für den Sexualverkehr, wie etwa Verhütungsmittel. Doch die Suchmaschinen-Firma war schneller: Sie liess Baidu bereits im Jahr 2001 für Produkte der Computertechnologie registrieren.

Die Marken mit dem gleichen Namen existierten etwa 5 Jahre nebeneinander, bis der Suchmaschinenriese sich daraufhin beim Amt für Patente und Markenzeichen beschwerte. Er forderte, dass Yelaixiang sein Markenname aberkannt werden sollte. Doch ein Ausschuss lehnte den Antrag zuerst ab mit der Begründung, die beiden Firmen arbeiteten in völlig verschiedenen Gebieten. Die Öffentlichkeit würde diese beiden Produkte kaum miteinander verwechseln.

Am Sitz der Suchmaschine Baidu in Peking. (flickr/ Tricia Wang 王圣æ)

Am Sitz der Suchmaschine Baidu in Peking. (flickr/ Tricia Wang 王圣æ)

Zu ähnlich – doch das sind andere auch

Doch das Logo und die Aufmachung der Kondomverpackung sind beinahe identisch zu derjenigen der Internetfirma. Deswegen entschied kürzlich ein Gericht in Beijing, dass Yelaixiang seine Produkte nicht weiter unter dem Namen Baidu vermarkten dürfe, der Name sei für die Konsumenten zu sehr mit demjenigen der Internetfirma verknüpft.

Wie so häufig finden gute Ideen rasch weitere Imitatoren: Andere Kondomhersteller sprangen auf den Zug auf und produzierten ihrerseits Kondome mit bereits bekannten Markennamen und ähnlich aussehenden Logos. Dazu gehören etwa Liantong, das den Namen und das Beinahe-Logo der Telekommunikationsfirma China Unicom trägt, oder etwa Alibaba, was der Name einer Firma ist, die Internetdienste und Software anbietet.

Die Beweggründe für solche Plagiate werden insbesondere bei der Marke Hanma ersichtlich: Sie ist der chinesische Name für die amerikanischen Hummer-Geländewagen und bedeutet ursprünglich «feuriges Pferd».

Weiterführender Link: Nachrichtensendung über den Fall bei CCTV (chinesisch).

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  1. Kondom geplatzt? › Produktpiraterie 2.0: China plagiiert sich selbst

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