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Kitanos tierisches Schwulenbild

Takeshi Kitano in seiner Sendung auf TBS. (Screenshot: TBS, Jouhou 7)

Takeshi Kitano in seiner Sendung auf TBS. (Screenshot: TBS, Jouhou 7)

Der japanische Fernsehunterhalter und Filmemacher Takeshi «Beat» Kitano mag es provokativ. Ja, er redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Und so hatte Kitano am 12. Mai auch keine Hemmungen in seiner beliebten TBS-Fernsehshow zu aktuellen politischen Themen, 7 Days Newscaster, über Obamas Einverständnis zur Homo-Ehe zu sprechen.

«Wenn Obama die Schwulenehe unterstützt, dann wird dereinst auch die Heirat mit einem Tier erlaubt sein», meinte er. Kitano ist in Japan bekannt für seine provozierenden Aussagen. Nach der Katastrophe von Fukushima wetterte er in derselben Sendung regelmässig gegen die Unfähigkeit der Regierung (Asienspiegel berichtete).

Seine Bemerkung über die gleichgeschlechtliche Ehe wurde indes in den japanischen Medien kaum aufgenommen. Homosexualität wird in Japan weder öffentlich bekämpft, noch thematisiert (Asienpiegel berichtete). Anders ist es in Taiwan, wo 2 Homosexuelle auf dem Gerichtsweg versuchen, ihre Ehe zu legalisieren (Asienspiegel berichtete).

Über Twitter in die Welt

Auf Twitter und in den Blogs jedoch machte der Satz des im Ausland gefeierten Filmemachers schnell die Runde. Schliesslich nahmen auch die internationalen Nachrichtenagenturen das Thema auf. Am Montag folgte Takeshi Kitanos Reaktion gegenüber AFP. «Ich habe nur über Menschen gesprochen, die ihre Tiere so stark lieben, dass sie darüber nachdenken, sie zu heiraten.» Er habe sich zudem nicht geringschätzig über die Homo-Ehe geäussert. Er stelle Homosexuelle in keinem Fall mit Tieren gleich.

Ob Kitano damit wirklich die Gemüter wirklich beruhigen konnte, ist mehr als fraglich. Es ist zu hoffen, dass er beim nächsten Vergleich zu einem sensiblen Thema etwas mehr Vorsicht walten lässt.

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