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Nuklearexport auf der Kippe

Strahlende Zukunft: Eine Tafel in Vietnam. (flickr/rightee)

Strahlende Zukunft: Eine Tafel in Vietnam. (flickr/rightee)

TEPCO mag nicht mehr. Japans grösster Stromproduzent steigt aus dem Exportgeschäft von Atommeilern nach Vietnam aus. Der Konzern habe genügend Probleme mit dem havarierten AKW Fukushima, erklärte der neue Präsident Naomi Hirose gemäss der Mainichi Shimbun. Man werde sich auf dieses Problem fokussieren müssen.

Damit könnte der bereits vereinbarte lukrative Exportdeal mit Vietnam (Asienspiegel berichtete) auf der Kippe stehen. Denn TEPCO ist mit 20 Prozent der grösste Aktieninhaber der International Nuclear Energy Development (JINED), einem Konglomerat von 9 japanischen Stromproduzenten und AKW-Bauern wie Mitsubishi und Hitachi, das zum Zweck der Ausfuhr von Japans AKW-Technologie geschaffen wurde.

Übernimmt Kansai Electric Power?

Zwar behält TEPCO seinen Anteil an JINED, mit dem operativen Geschäft. Mit der Entsendung von Ingenieuren will der Konzern jedoch nichts mehr zu tun haben. Das Personal sei zu stark mit der Krise beschäftigt, so der neue TEPCO-Präsident Naomi Hirose in der Asahi Shimbun.

Sollte das Konglomerat keinen gleichwertigen Ersatz finden, könnte Vietnam das Abkommen zum Bau von 2 Atomkraftwerken durch JINED abblasen, wegen einer Veränderung in den Vertragsbedingungen. Gemäss der Mainichi Shimbun soll Stromproduzent Kansai Electric Power gebeten werden, in die Bresche zu springen.

Der Vietnam-Exportdeal ist für JINED die wirtschaftliche Existenzgrundlage. Es wäre überhaupt der erste japanische AKW-Bau im Ausland.

Export in der Kritik

Bei einem ähnlichen Geschäft mit den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte JINED gegen Südkorea das Nachsehen. Mit der Türkei hofft Japan auf einen weiteren nuklearen Export. Das aufstrebende Land am Schwarzen Meer will seinen Energiehunger mit dem Bau von 3 Atomkraftwerken bis 2023 befriedigen (Asienspiegel berichtete).

Die Atomkritiker wird diese überraschende Entwicklung freuen. Gerade nach dem AKW-Unfall von Fukushima kam das atomare Exportgeschäft in die Kritik. So bleiben viele Sicherheitsfragen bis heute ungeklärt. Vietnam will zwar bis 2030 rund 8 Atomkraftwerke bauen, zählt aber bis heute kaum Nuklearexperten. Zudem ist auch das Küstenland Vietnam nicht vor einer Tsunami-Gefahr gefeit, wie eine Studie ergab (Asienspiegel berichtete). Die Türkei ist ausserdem wie Japan ein Land mit akuter Erdbebengefahr.

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