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Taiwans Hachiko

Taiwans Hachiko am Unfallort. (Screenshot: CTS-TV)

Taiwans Hachiko am Unfallort. (Screenshot: CTS-TV)

In Südtaiwan bewacht ein Schnauzer mehrere Tage nach dem tödlichen Verkehrsunfall seines Herrchens die Strassenkreuzung. Weder Hundefutter noch Räucherstäbchen konnten ihn bisher zum Aufgeben bewegen. Die Geschichte weckt Erinnerungen an Japans berühmtesten Vierbeiner.

Der 60-jährige Halter des Schnauzers prallte Anfang Juni auf einer Landstrasse in Südtaiwan auf seinem Scooter mit einem anderen Motorradfahrer zusammen. Beim Unfall kamen beide ums Leben, so die Tageszeitung Liberty Times. Nur der Schnauzer überlebte unverletzt, trauert nun aber über den Verlust seines Herrchens.

Seit Tagen, so der TV-Sender CTS, weiche der Hund nicht von der Unfallstelle. Versuche ihn einzufangen, waren nicht erfolgreich. Sobald sich Menschen dem Hund nähern, rennt dieser davon, nur um wenig später wieder an die Unfallstelle zurückzukehren. Neben dem Regenschutz und Überresten des Motorrades seines Halters, warte dieser wohl, so mutmasst der Reporter von CTS, auf die Rückkehr seines Herrchens.

Geistergeld soll helfen

Damit der Hund nicht verhungert, haben ihm besorgte Anwohner Lunchboxen und Trockenfutter an den Strassenrand gelegt. Gerührt von dem treuen Haustier, das seinem Besitzer auch nach dem Tod nicht von der Seite weichen will, hat sich inzwischen auch der Vorsitzende der örtlichen Gemeinde der Sache angenommen.

An der Unfallstelle zündete Lin Zhengxiu Räucherstäbchen an und verbrannte Geistergeld. Er habe die Seele des Verunglückten gebeten gut auf den Hund aufzupassen, damit dieser die Unfallstelle verlasse und nach Hause kehre, berichtet die Liberty Times.

Erinnerungen an Japans treueste Hundeseele

Die Tageszeitung United Daily News vergleicht den Fall bereits mit der Geschichte von Xiaoba, wie Japans berühmtester Hund in Taiwan genannt wird. Hachiko wartete 9 Jahre lang vor dem Tokioter Bahnhof Shibuya auf sein bereits verstorbenes Herrchen (Asienspiegel berichtete). Er wurde nach seinem eigenen Tod mit einer Statue vor dem Bahnhof geehrt. Dass dem taiwanischen Schnauzer eine ähnliche Ehrung widerfährt, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Die örtliche Polizei hat für den Hund bereits ein neues Zuhause gefunden. Sie rief adoptionswillige Anwoner zudem auf, den Schnauzer nicht auf eigene Faust einzufangen. Der Bruder des verstorbenen Mannes will sich dem Hund annehmen, sollte dieser denn mitkommen wollen, so die chinesischsprachige United Daily News.

Der Gemeindevorsitzende hat die örtliche Polizei zudem gebeten, vor der Kreuzung ein Warnlicht anzubringen, damit ähnliche Unfälle in Zukunft vermieden werden können.

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