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Japanisch verboten

Rakuten-Gründer Hiroshi Mikitani. (flickr/ LeWEB12, @kmeron)

Rakuten-Gründer Hiroshi Mikitani. (flickr/ LeWEB12, @kmeron)

Hiroshi Mikitani, Gründer und CEO des Onlinehändlers Rakuten, hatte genug von der Unfähigkeit der Japaner auf Englisch zu kommunizieren. Es sei der Hauptgrund, weshalb sein Land und damit die japanische Unternehmenswelt in der globalisierten Welt nicht mehr genügend konkurrenzfähig sei und fähige ausländische Mitarbeiter nicht integriert werden können. Japan, die isolierte Sprachinsel.

Mikitani, der als Absolvent der Harvard Business School (Asienspiegel berichtete) selbst fliessend Englisch spricht, schritt aus diesem Grund vor 2 Jahren zu einer radikalen Massnahme: Er machte Englisch kurzerhand zur Hauptsprache in seinem Unternehmen, für alle 6000 Angestellten. Von der kurzen Besprechung über E-Mails bis zum Menü der Cafeteria wurde alles umgestellt.

Seine Angestellten sollten auf natürliche Weise in der Weltsprache kommunizieren. Dafür gab es gratis Sprachunterricht und freie Stunden zum Studium der Sprache. Von einer «Englischisierung» sprach man bei Rakuten. Für einige war dieser Schnitt zu radikal. Sie verliessen das Unternehmen. Der grosse Rest jedoch blieb und drückte nochmals die Schulbank.

Positives Fazit

Heute, 2 Jahre später, zieht Mikitani erste Bilanz. Der Unternehmer spricht von einem Erfolg. 79 Prozent der Dokumente, internen Kommunikation und Meetings werden in Englisch abgewickelt. Die Angestellten haben ihren Notenschnitt der Sprachprüfung um 32 Prozent gesteigert.

«Wir brauchen keine Übersetzer mehr», ist sein Fazit. Doch der Milliardär will mehr. Ab diesem Monat sei in allen wichtigen Situationen im Unternehmen Englisch die Hauptsprache, wie SankeiBiz berichtet. Japanisch ist damit endgültig in die Privatsphäre verbannt.

Nicht der Einzige

«Nur wenn wir Englisch zur Firmensprache machen, können wir auch wachsen», erklärt der Internetpionier dazu. Englisch ist für Mikitani mehr als nur eine Sprache. Es ist der Zugang zur Welt und damit zu aktuellen Trends. «Japans verarbeitende Industrie leidet auch deswegen, weil es ihr an Leuten mit Englischkenntnissen fehlt», urteilt der CEO von Rakuten.

Der Onlinehändler ist übrigens nicht der einzige, der sich voll und ganz einer Fremdsprache verschreibt. Fast Retailing, der Mutterkonzern des Modehauses Uniqlo, und Nissan sind vor zwei Jahren auf Kaderebene auf Englisch umgestiegen (Asienspiegel berichtete).

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