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Gefangen in China

Chung Ting-pang nach seiner Rückkehr aus China. (Screenshot: pts)

Chung Ting-pang nach seiner Rückkehr aus China. (Screenshot: pts)

Ein taiwanisches Falun-Gong-Mitglied durfte vergangene Woche nach Taiwan ausreisen. Die chinesischen Behörden warfen dem Mann vor die staatliche Sicherheit gefährdet zu haben. Was die taiwanische Regierung nun als Erfolg wertet, sehen Kritiker dagegen als Ausnahme.

Über 50 Tage nach seiner Festnahme wurde Falun Gong-Mitglied Chung Ting-pang von den chinesischen Behörden wieder auf freien Fuss gesetzt, meldet Taiwans Nachrichtenagentur CNA.

In der chinesischen Provinz Jiangxi wurde der Taiwaner seit Mitte Juni festgehalten, gemäss den chinesischen Behörden weil er an Falun-Gung-Aktionen teilnahm, die die Sicherheit des Landes gefährdeten. Falun Gong wird von Chinas Regierung als gefährliche Sekte gesehen und ist dort verboten.

Zufall oder gute Zusammenarbeit?

Taiwans Regierung sagte, Chungs Heimkehr sei vor allem auch dank der Vereinbarung zur gemeinsamen Verbrechensbekämpfung und rechtlicher Unterstützung zwischen den beiden Seiten der Taiwanstrasse möglich.

Seit Taiwans aktueller Präsident Ma Ying-jeou sein Amt antrat, haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Seiten verbessert. So dürfen seit letztem Jahr auch chinesische Individualtouristen das Land bereisen. (Asienspiegel berichetete).

Über 1000 Taiwaner in China gefangen

Die Opposition dagegen hält Chungs Fall für eine Ausnahme. Seit das Abkommen der beiden Seiten vor 3 Jahren in Kraft trat, beantragte Taiwans Regierung die Übergabe von 334 Fällen an die taiwanische Justiz – dies von derzeit über 1000 taiwanischen Gefangenen in China.

Davon wurden bisher gerade mal 6 Fälle an die taiwanischen Behörden übergeben, so die Taipei Times. Taiwan dagegen hat 7 angefragte Fälle – Chinesen, die in Taiwan festgenommen wurden – an die chinesische Justiz übergeben. Was die Übergabe von den taiwanischen Behörden gesuchten Taiwanern angeht, fällt die Bilanz dafür besser aus: von 640 haben die Chinesen 203 ausgeliefert.

Chung habe Glück gehabt, weil vergangene Woche eine chinesische Delegation Taiwan besuchte, schreibt etwa CNA. Auch die hohe Aufmerksamkeit der Medien in Chungs Fall hätten zu dessen Heimkehr beigetragen, so die Kritiker weiter.

Zu einem Geständnis gezwungen

Nach seiner Rückkehr sagte Chung Ting-pang, er sei nach seiner Festnahme in China quasi gezwungen worden, ein Geständnis zu unterschreiben. «Man sagte mir, wenn ich nicht unterschreibe, ich womöglich nicht nach Hause zurückkehren könne», so Chung auf einer Medienkonferenz.

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete zuvor, Chung habe die Anschuldigungen gegen ihn gestanden. Chung wurde am 18. Juni auf dem Flughafen festgenommen, nachdem er seine Verwandten in China besucht hatte, so Xinhua weiter. Er werde China nie wieder besuchen, sagte Chung gemäss CNA, dies obwohl ihm die chinesischen Behörden gesagt hätten, sie würden seine Sicherheit beim nächsten Mal garantieren.

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