News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Dossier: AKW

Am 5. Mai 2012 wurde im AKW Tomari der letzte der 48 Reaktoren in Japan abgeschaltet. In Japan müssen die Atomreaktoren alle 13 Monate für Unterhalts- und Kontrollarbeiten angehalten werden. Normalerweise reicht fürs Hochfahren ein Einverständnis der Regierung in Tokio. Nach der AKW-Katastrophe von Fukushima weigerten sich aber die lokalen Regierungen und Einwohner ihre Reaktoren wieder anzuschalten. Nach monatelangen Verhandlungen entschied sich die Regierung trotz starker Kritik aus der Öffentlichkeit und Politik am 16. Juni 2012 die Reaktoren 3 und 4 des AKW Oi wieder hochzufahren. Im September 2013 wurde das AKW Oi für gesetzlich vorgeschriebene Kontrollarbeiten wieder vom Netz genommen. Damit waren alle 43 Reaktoren abgeschaltet. Mit Premierminister Shinzo Abe hat die Atomlobby zudem wieder Rückenwind erfahren. Die Regierung hat angekündigt, weiterhin auf die Nuklearenergie setzen zu wollen. Seit Juli 2013 sind die strengeren Sicherheitsregulierungen der neu erschaffenen Nuklearen Regulierungsbehörde (NRA) in Kraft, die unabhängig über das Wiederhochfahren eines Reaktors entscheiden soll. Die Stromproduzenten geben Milliarden aus, um ihre AKW diesen neuen Standards anzupassen. Die Nukleare Regulierungsbehörde prüft rund 25 Reaktoren auf die neuen Sicherheitsstandards. Für vier Reaktoren in den zwei AKW Sendai und Takahama hat die NRA ihr grundsätzliches OK für ein Wiederhochfahren gegeben. Am 11. August 2015 hat Kyushu Electric Power den Reaktor 1 im AKW Sendai auf der Südinsel Kyushu wieder hochgefahren. Am 15. Oktober folgte Reaktor 2. Auch Reaktor 3 des AKW Ikata auf Shikoku hat die Zustimmung des lokalen Bürgermeisters erhalten. Dieser wird frühestens im 2016 wieder in Betrieb genommen.

  • Ein Sommer ohne Atomstrom

    26. Juni 2014    

    Seit Monaten werden 17 AKW-Reaktoren in Japan auf ihre Sicherheit geprüft. Für die Atombranche gibt es dabei einen weiteren Rückschlag: Auch im Sommer wird kein einziges AKW in Japan wieder hochgefahren.

  • Ein Urteil gegen die AKW-Branche

    22. Mai 2014    

    Zum ersten Mal seit Fukushima hat ein Gericht in Japan ein Urteil gegen die Atombranche gefällt. Ein Richter hat den Betrieb des AKW Oi untersagt. Damit bezieht die Justiz erstmals Stellung in der AKW-Frage.

  • Neuer Schub für AKW-Gegner

    9. Mai 2014    

    Bei den Gouverneurswahlen in Tokio mussten die Ex-Premiers und AKW-Gegner Hosokawa und Koizumi noch eine Niederlage einstecken. Nun wagen die beiden eine neue Anti-AKW-Offensive mit neuer Strategie.

  • Die Todesstrafe als Ablenkung?

    4. Mai 2014    

    Ob ein Abkommen mit China oder der Bau eines neuen AKW, in Taiwan folgt eine Demonstration auf die nächste. Ausgerechnet jetzt lässt die Regierung fünf zum Tode Verurteilte hinrichten. Absicht oder nur Zufall?

  • Das Leben der Rettungsarbeiter

    29. April 2014    

    Ein ehemaliger Rettungsarbeiter hat den Arbeitsalltag in der Atomruine in Manga-Form gepackt. Der ungewöhnlich detaillierte Einblick hat das Werk zu einem Überraschungserfolg in Japan werden lassen.

  • Hungern gegen Atomkraft

    28. April 2014    

    Tausende Taiwaner gehen gegen ein geplantes Atomkraftwerk auf die Strasse. Mit einer Sitzblockade solidarisieren sie sich mit einem früheren Oppositionschef. Dieser befindet sich aus Protest im Hungerstreik.

  • Das AKW vor der Grossstadt

    4. April 2014    

    Das Fischerdorf Oma in Nordjapan baut ein AKW. Auf der anderen Seite der Meerenge, nur 23 Kilometer entfernt, liegt die Stadt Hakodate. Mit einer Klage will sie den Bau stoppen – es ist ein Novum in der Geschichte Japans.

  • 32’000 gegen Abes Atompolitik

    11. März 2014    

    Anlässlich des dritten Jahrestages der Dreifachkatastrophe haben in Tokio 32’000 Menschen gegen die Atomkraft demonstriert. Sie vertreten die Mehrheit, wie Umfragen zeigen. Die Regierung interessiert dies jedoch wenig.

  • Die verpasste Anti-AKW-Chance

    11. Februar 2014    

    Der von Premier Abe unterstützte Yoichi Masuzoe ist neuer Gouverneur von Tokio. Anti-AKW-Gegner und Ex-Premier Hosokawa ist gescheitert. Die Niederlage haben sich die Atomgegner selbst zuzuschreiben.

  • Ein Ausweg aus der China-Sackgasse

    24. Januar 2014    

    Mit dem Versprechen des Atomausstiegs will Ex-Premier Hosokawa Gouverneur von Tokio werden. Auch die belasteten Beziehungen zu China möchte er verbessern. Hosokawa ist kein Unbekannter in Peking.

  • Ein mächtiges Anti-AKW-Duo

    15. Januar 2014    

    Japans Ex-Premier Morihiro Hosokawa will Gouverneur von Tokio werden. Dabei spannt er mit Ex-Premier Junichiro Koizumi zusammen. Ihr Ziel: Tokio vom Atomstrom befreien.

  • Ein Film gegen das Vergessen

    12. Januar 2014    

    Mit «Surviving the Tsunami» ist Kyoko Miyake eine einzigartige Doku über die Direktbetroffenen der Sperrzonenstadt Namie und deren einstigen nuklearen Traum gelungen. Asienspiegel hat mir ihr gesprochen.

  • Die dritte Gefahr

    24. Dezember 2013    

    Erdbeben und Tsunami sind für die japanischen Atomkraftwerke die grösste Gefahr. Dabei geht gerne vergessen, dass Japan ein Land der Vulkane ist. Ein Ausbruch könnte auch ein AKW gefährden.

  • 1000 Tage danach

    6. Dezember 2013    

    Über 1000 Tage sind seit der Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011 vergangen. Für die Direktbetroffenen ist die Krise noch lange nicht ausgestanden. Bis heute gibt es über 270’000 Evakuierte.

  • Vom Krisen- zum Sportzentrum

    27. November 2013    

    Lange war das J-Village in der Präfektur Fukushima Japans grösstes Sportzentrum. Seit der AKW-Katastrophe ist es das Krisenzentrum. Nun soll J-Village mit Blick auf Tokio 2020 wieder zur Sportstätte werden.

  • Koizumi geht in die Offensive

    14. November 2013    

    Zum ersten Mal seit 2006 hat Ex-Premier Koizumi eine öffentliche Pressekonferenz abgehalten. Damit verleiht er seiner Anti-AKW-Haltung Nachdruck. Eine Mehrheit der Bevölkerung steht hinter seinem Anliegen.

  • Das Ende der Heimat

    5. November 2013    

    Offiziell verfolgt Japan die Politik, allen Evakuierten der Sperrzone dereinst eine Rückkehr zu ermöglichen. Das Prinzip Hoffnung verliert jedoch seine Wirkung. Ein Regierungspolitiker wagt nun den Tabubruch.

  • Ein Brief für den Tenno

    4. November 2013    

    Der Politiker, Schauspieler und Anti-AKW-Aktivist Taro Yamamoto überreicht dem japanischen Kaiser am traditionellen Gartenfest einen Brief, um auf Fukushima aufmerksam zu machen – und sorgt damit für einen grösseren Skandal.

  • Anti-AKW-Protest im Anzug

    1. November 2013    

    Japans Büroarbeiter, die sogenannten Salarymen, sind bislang stumm geblieben, wenn es um die AKW-Frage ging. Nun setzen auch sie ein Zeichen.

  • Ein japanisches AKW für die Türkei

    31. Oktober 2013    

    Bei seinem Besuch in der Türkei hat Japans Premier Shinzo Abe den Weg zum Bau eines japanischen AKW in der Türkei geebnet. Sicherheitsbedenken hat er nicht. Im Gegenteil.