Die Nah­rung sicherstellen

flickr/​one man’s per­spec­tiveEin Schla­raf­fen­land: Japan ist der gröss­te Lebens­mit­tel-Impor­teur der Welt.

Spä­tes­tens seit der Lebens­mit­tel­kri­se vor zwei Jah­ren haben die Wirt­schaft und der Staat ein neu­es Inves­ti­ti­ons­feld ent­deckt. Um eine künf­ti­ge Lebens­mit­tel­knapp­heit zu ver­hin­dern sichern sich Staa­ten wie Süd­ko­rea, Chi­na, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te Pacht­land in Ent­wick­lungs­län­dern mit frucht­ba­rem Boden. Ziel ist es, die Nah­rung für die eige­ne Bevöl­ke­rung sicher­zu­stel­len. Als «eine Form des Neo-Kolo­nia­lis­mus» kri­ti­siert Jac­ques Diouf, Chef der UN-Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on FAO, die­se Praxis.

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Der Wes­ten über­lässt die­ses Geschäft der Pri­vat­wirt­schaft, wo welt­weit täti­ge Gross­kon­zer­ne sich mög­lichst vie­le Roh­stof­fe und Agrar­land sichern. Japan, mit einem Ein­kaufs­vo­lu­men von jähr­lich 28 Mil­li­ar­den Euro der welt­weit gröss­te Net­to­im­por­teur von Nah­rungs­mit­teln, plant laut Finan­ci­al Times nun eben­falls in die­ses Geschäft ein­zu­stei­gen. Mit Unter­stüt­zung der Regie­rung wol­len die gros­sen Han­dels­häu­ser Japans, (jap. Sho­go-Sho­sha), noch die­sen Monat in das für sie fast unbe­kann­te Nah­rungs­mit­tel- und Agrar-Geschäft investieren.

Unter den fünf gros­sen Han­dels­häu­sern haben Mit­sui, Ito­chu und Maru­beni Bereit­schaft signa­li­siert, ihre Geschäfts­ak­ti­vi­tä­ten auf Lebens­mit­tel wie Soya­boh­nen, Palm­öl, Wei­zen und Mais aus­zu­wei­ten. Mitsu­bi­shi und Sumi­to­mo zei­gen sich etwas vor­sich­ti­ger, heisst es unter Beob­ach­tern. Bis­her inves­tier­ten die­se gros­sen Tra­di­ti­ons­häu­ser vor­nehm­lich in Roh­stof­fe wie Erd­öl, Metal­le oder Mine­ra­li­en. Auf­zü­ge oder Häfen gal­ten bis anhin als loh­nens­wer­te Anla­ge­gü­ter. Dies soll sich nun ändern.

Die Kon­kur­renz schläft nicht

Doch die Kon­kur­renz in die­sem Bereich ist beträcht­lich. Staa­ten, aber auch mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne wie Archer Dani­els Mid­land, Bun­ge, Carg­ill aus den USA oder Lou­is Drey­fus aus Frank­reich besit­zen bereits gros­se Anla­ge­gü­ter im Agrar­be­reich. «Da han­delt es sich um Unter­neh­men, die seit Gene­ra­tio­nen in die­sem Geschäft tätig sind», beur­teilt Richard Fel­tes vom Bro­ker­haus MF Glo­bal die Situa­ti­on gegen­über der Finan­ci­al Times. Er sieht aber den­noch Chan­cen für die japa­ni­schen Han­dels­häu­ser, falls man bes­se­re Prei­se und eine effi­zi­en­te­re Logis­tik anbiete.

In Regie­rungs­krei­sen ist man den­noch zuver­sicht­lich. Dort ist man über­zeugt, dass die letz­te Nah­rungs­mit­tel­kri­se in einem jahr­zehn­te­lan­gen, man­geln­den Inves­ti­ti­ons­wil­len gele­gen habe. Daher glaubt Tokio fest dar­an, dass die­ser neue Inves­ti­ti­ons­an­satz künf­ti­ge Risi­ken min­dern wer­de. Kein neu­er Agrar-Pro­tek­tio­nis­mus, son­dern die Erhö­hung der glo­ba­len Lebens­mit­tel­ver­sor­gung, sei dabei das Ziel.

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