Hatoy­a­ma greift Asos «Ani­me-Palast» an

flickr/​Peat Bak­keMan­ga-Para­dies in Kyo­to: Ein gutes Bei­spiel für eine Koope­ra­ti­on zwi­schen pri­va­tem und öffent­li­chem Sektor.

Bei einem Wahl­kampf­auf­tritt in Kyo­to nahm sich Oppo­si­ti­ons­chef Yukio Hatoy­a­ma der Regie­rung liebs­tes Kind zur Ziel­schei­be, einen geplan­ten Neu­bau zu einem Zen­trum und Muse­um für Medi­en­küns­te, das sich vor­wie­gend der japa­ni­schen Pop­kul­tur wid­men soll. Kri­ti­ker nen­nen das von der Regie­rung unter­stütz­te Pro­jekt abschät­zig «Ani­me-Palast» oder «Staat­li­ches Man­ga-Inter­net-Café». Trotz des Wider­stan­des von Hatoy­a­mas oppo­si­tio­nel­ler Demo­kra­ti­schen Par­tei hat Pre­mier Aso, ein erklär­ter Man­ga-Fan, die Kos­ten für den Neu­bau ins dies­jäh­ri­ge Nach­trags­bud­get mit­ein­be­zo­gen (sie­he auch: «Japan Cool wird amt­lich»).

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Um sei­ne Unzu­frie­den­heit dar­über kund­zu­tun, hat Hatoy­a­ma das «Inter­na­tio­na­le Man­ga-Muse­um» in Kyo­to besucht. Das Muse­um ist auf einem ehe­ma­li­gen Gelän­de einer Pri­mar­schu­le errich­tet und 2006 eröff­net wor­den. Es ist in Zusam­men­ar­beit zwi­schen der pri­va­ten Kyo­to Sei­ka Uni­ver­si­tät und der Stadt Kyo­to zustan­de gekom­men und gilt als Para­de­bei­spiel für eine erfolg­rei­che Koope­ra­ti­on zwi­schen dem pri­va­ten und öffent­li­chen Sektor.

So nutz­te Hatoy­a­mas den Muse­ums­be­such zu einem Angriff gegen sei­nen Wider­sa­cher: «Pre­mier Aso hat für den Neu­bau des ‹Ani­me-Tem­pels› 11,7 Mil­li­ar­den Yen (rund 87 Mil­lio­nen Euro) bean­tragt. Gleich­zei­tig wur­de in Kyo­to durch den Umbau einer ehe­ma­li­gen Pri­mar­schu­le eine Insti­tu­ti­on erschaf­fen, die sich sehen lässt.»

«Ver­kau­fen die uns für blöd?»

In einer wei­te­ren Wahl­kampf­re­de in der Stadt Gifu in der Nähe von Nago­ya griff Hatoy­a­ma die Miss­wirt­schaft der aktu­el­len Regie­rung an: «Ein Zweck von Wah­len ist es ein Urteil über die letz­ten vier Jah­re Regie­rungs­zeit zu fäl­len. Die LDP hat bei den letz­ten Wah­len vor vier Jah­ren ver­spro­chen, dass die Pri­va­ti­sie­rung der Post eine Ver­bes­se­rung der Sozi­al­ver­si­che­run­gen wie auch der Kon­junk­tur im All­ge­mei­nen brin­gen wür­de. Ver­kau­fen die uns für blöd? Über­gebt uns nach vier ver­schwen­de­ten Jah­ren die Regierungsverantwortung!»

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