fickr/​scion_​choNoch immer ein sel­te­nes Bild: Vater mit Kind am Som­mer­fest in Kasukabe.

Män­ner und Frau­en soll­ten sich die Auf­ga­ben der Kin­der­er­zie­hung gleich­mäs­sig tei­len, dies ist laut einer Umfra­ge der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft Sumi­to­mo die Ide­al­vor­stel­lung in Japan. 36 Pro­zent der Befrag­ten gaben an, dass Män­ner und Frau­en je die Hälf­te der Erzie­hungs­auf­ga­ben schul­tern soll­ten, gefolgt von 32 Pro­zent, wel­che fan­den, die Frau soll­te 60 Pro­zent der Kin­der­er­zie­hung über­neh­men und der Mann die rest­li­chen 40 Pro­zent, schreibt die Yomi­uri Shimbun.

Ide­al und Wirklichkeit

Die glei­che Umfra­ge, bei der im Juni je 1500 Män­ner und Frau­en mit Kin­dern befragt wur­den, ergab aber für die Rea­li­tät ein ganz ande­res Bild. 30 Pro­zent der Befrag­ten gaben an, das effek­ti­ve Ver­hält­nis der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Frau und Mann lie­ge bei etwa 8 zu 2, gefolgt von 29 Pro­zent, die anga­ben, der Mann küm­me­re sich um etwa 10 Pro­zent der Auf­ga­ben wäh­rend die Frau 90 Pro­zent der Kin­der­er­zie­hung erle­di­ge. Im Schnitt kamen die Män­ner nur auf 23 Pro­zent, die Frau­en auf 77 Pro­zent der Erziehungsaufgaben.

Die japa­ni­schen Män­ner wür­den ger­ne mehr Zeit mit ihrer Fami­lie ver­brin­gen, doch wegen der wei­ten Arbeits­we­ge und lan­gen Arbeits­zei­ten sowie der sozia­len Ver­pflich­tung, auch nach der offi­zi­el­len Arbeits­zeit noch mit Kol­le­gen weg­zu­ge­hen, ist dies oft nicht möglich.

Auf der ande­ren Sei­te wer­den die japa­ni­schen Frau­en immer noch aus dem Erwerbs­le­ben gedrängt, wenn sie Mut­ter wer­den. Der Wie­der­ein­stieg ins Berufs­le­ben ist oft schwie­rig und nur im Teil­zeit­ver­hält­nis mög­lich, weil Ange­bo­te zur Kin­der­be­treu­ung sel­ten sind. Erst kürz­lich wur­de Japan von einer UNO-Kom­mis­si­on für die­se und ähn­li­che Dis­kri­mi­nie­run­gen gerügt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).