Taxiflut in Sendai

flickr/​kenleewritesEin Meer von Taxis war­tet vor dem Bahn­hof Sendai

Vor dem West­aus­gang des Bahn­hofs von Sen­dai war­ten Taxis in bis zu 12 Rei­hen auf Fahr­gäs­te. Die­ses Heer von Fahr­zeu­gen führt das Über­an­ge­bot an Taxis und den dar­aus resul­tie­ren­den Kon­kur­renz­druck in der Haupt­stadt der Regi­on Toho­ku ca. 300 km nord­öst­lich von Tokio deut­lich vor Augen.

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Stei­gen­de Kon­kur­renz, sin­ken­de Einnahmen

Die star­ke Zunah­me der Anzahl Taxis in Sen­dai ist das Resul­tat der Libe­ra­li­sie­rung unter dem frü­he­ren Pre­mier­mi­nis­ter Juni­chi­ro Koi­zu­mi. Zusam­men mit dem schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Umfeld trifft der hohe Kon­kur­renz­druck die Taxi­fah­rer von Sen­dai hart. «Jeden Tag kämp­fen wir um Kun­den», sag­te Toshiro Sato, der seit 28 Jah­ren Taxi fährt, gegen­über der Yomi­uri Shim­bun. «Auch wenn ich wie ver­rückt arbei­te, beträgt mein Gehalt fast die Hälf­te des­sen, was ich zu den bes­ten Zei­ten ver­dient habe.»

Die Ver­ord­nung, wel­che die Anzahl Taxi-Unter­neh­men beschränkt hat­te, war im Zuge der Struk­tur­re­for­men unter der Regie­rung Koi­zu­mi gelo­ckert wor­den. Im Juni die­ses Jah­res gab es in Sen­dai mehr als 3600 Taxis, was einer Zunah­me von 40 Pro­zent in den letz­ten 7 Jah­ren ent­spricht. Die sin­ken­den Ein­kom­men und lan­gen Arbeits­zei­ten der Taxi­fah­rer von Sen­dai sind zu einem sozia­len Pro­blem gewor­den. Obwohl die Libe­ra­li­sie­rung teil­wei­se rück­gän­gig gemacht wur­de, sank die Zahl der Taxis nur um ca. 100 Fahrzeuge.

Poli­tik ver­spricht Massnahmen

Die Demo­kra­ti­sche Par­tei Japans DPJ hat erklärt, man pla­ne eine dras­ti­sche Reform der Taxi­zu­las­sun­gen und wol­le die Bevöl­ke­rung dazu ermun­tern, Taxis zu benut­zen und ange­mes­se­ne Tari­fe fest­set­zen. Die Libe­ral­de­mo­kra­ti­sche Par­tei LDP ihrer­seits ver­spricht in ihrem Wahl­kampf­ma­ni­fest eben­falls, diver­se Ver­ord­nun­gen zu überprüfen.

«Ich wer­de für die DPJ stim­men, weil ich will, dass sich an der jet­zi­gen Situa­ti­on etwas ändert», sag­te Sato. Ande­re sind ernüch­tert. «Wenn die DPJ an die Macht kommt, wird sich nichts ändern. Ich inter­es­sie­re mich viel weni­ger für die Wah­len als vor 4 Jah­ren», sag­te Kazu­ya Miya­ke, ein ande­rer Taxifahrer.

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