flickr/​ykanazawa1999Eine Maschi­ne der Japan Air­lines rollt nach der Lan­dung in Hane­da zum Gate.

Der japa­ni­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Sei­ji Maeha­ra will den Tokio­ter Flug­ha­fen Hane­da zu einem inter­na­tio­na­len Hub machen. Damit wür­de die bis­he­ri­ge Flug­ver­kehrs­po­li­tik auf­ge­ge­ben, nach wel­cher inter­na­tio­na­le Flü­ge von und nach Tokio den Flug­ha­fen Nari­ta in der Prä­fek­tur Chi­ba anflie­gen und Inland­flü­ge über den Flug­ha­fen Hane­da abge­wi­ckelt wer­den. Die Lokal­re­gie­run­gen befürch­ten wirt­schaft­li­che Ein­bus­sen für ihre gros­sen Flug­hä­fen und haben Wider­stand angekündigt.

Im Anschluss an ein Tref­fen mit Toru Hash­i­mo­to, dem Gou­ver­neur der Prä­fek­tur Osa­ka, kün­dig­te Ver­kehrs­mi­nis­ter Maeha­ra den Plan an, den Tokio­ter Flug­ha­fen zu einem Hub für den inter­na­tio­na­len Flug­ver­kehr von und nach Japan zu machen. Bis­her wird der Flug­ha­fen zu mehr als 97 Pro­zent für Inland­flü­ge genutzt.

Inche­on ist der Hub für Japan

Weil der natio­na­le und der inter­na­tio­na­le Flug­ver­kehr an 2 getrenn­ten Flug­hä­fen abge­wi­ckelt wird, ver­fügt Japan der­zeit über kei­nen rich­ti­gen Hub, sag­te Mahe­ha­ra laut der Yomi­uri Shim­bun. Statt­des­sen stei­gen mehr und mehr japa­ni­sche Flug­gäs­te am Flug­ha­fen Inche­on um und der Flug­ha­fen nahe Seo­ul wird lang­sam zum Hub für Japan. Des­halb sol­len auch inter­na­tio­na­le Flü­ge den Flug­ha­fen Hane­da anfliegen.

Nächs­tes Jahr wird die vier­te Pis­te in Hane­da fer­tig­ge­stellt, womit sich die Kapa­zi­tät des Flug­ha­fens von 300’000 Flug­be­we­gun­gen pro Jahr auf 410’000 Flug­be­we­gun­gen erhöht. Mög­lichst vie­le die­ser zusätz­li­chen Kapa­zi­tä­ten sol­len durch inter­na­tio­na­le Flü­ge gefüllt wer­den und Hane­da soll schritt­wei­se zu einem Hub mit 24-Stun­den-Betrieb aus­ge­baut werden.

Hash­i­mo­to droht Kan­sai fal­len zu lassen

Gou­ver­neur Hash­i­mo­to, der sich für den Flug­ha­fen Kan­sai als zwei­ten japa­ni­schen Hub stark mach­te, war nach dem Tref­fen sicht­lich ent­täuscht. «Wenn es die natio­na­le Stra­te­gie ist, dass Hane­da zum Hub wird und alle ande­ren Flug­hä­fen zu Zubrin­gern (spo­kes), dann wer­den wir den Flug­ha­fen Kan­sai nicht mehr unter­stüt­zen und das Geld statt­des­sen für Prä­mi­en­ver­güns­ti­gun­gen und Wohl­fahrts­pro­jek­te ver­wen­den», sag­te Hash­i­mo­to vor der Pres­se. Der Flug­ha­fen Kan­sai ist über­di­men­sio­niert und stark über­schul­det (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Hash­i­mo­to ging sogar noch wei­ter und deu­te­te an, den Flug­ha­fen Kan­sai not­falls Kon­kurs gehen zu las­sen: «Ohne eine Zukunft zu sehen, kön­nen wir nicht ein­fach wei­ter­hin Geld in den Flug­ha­fen pumpen.»

Wie ein Blitz aus hei­te­rem Himmel

Auch Kazu­na­ri Koi­zu­mi, der Bür­ger­meis­ter von Nari­ta zeig­te sich von Maeha­ras Plan scho­ckiert. «Die Ankün­di­gung kam wie ein Blitz aus hei­te­rem Him­mel. Es ist, wie wenn man betro­gen wor­den ist», mach­te Koi­zu­mi sei­nem Ärger Luft. Der Flug­ha­fen Nari­ta hat eben erst die Lan­de­bahn B auf 2500 m ver­län­gert und ver­fügt nun über 2 exakt par­al­le­le Pis­ten, wie sie inter­na­tio­nal Stan­dard sind.

Die hef­ti­gen Reak­tio­nen in Nari­ta und Osa­ka wider­spie­geln vor allem die Befürch­tung, dass die für die loka­le Wirt­schaft über­aus wich­ti­gen Flug­hä­fen zu rei­nen Zubrin­gern für Hane­da degra­diert wer­den und an Bedeu­tung verlieren.