Spit­zen­be­am­te sol­len im Him­mel bleiben

flickr/​JerroldTrep­pe auf den Vul­kan Aso auf der Süd­in­sel Kyushu.

Die neue japa­ni­sche Regie­rung hat damit begon­nen, ein Wahl­kampf­ver­spre­chen ein­zu­lö­sen und den Ein­fluss der Beam­ten ein­zu­schrän­ken. Die­se Woche wur­den Mass­nah­men vor­ge­stellt, wel­che die Pra­xis des ama­ku­da­ri, wört­lich «Her­ab­stei­gen vom Him­mel», unter­bin­den sollen.

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Dem Begriff ama­ku­da­ri bezeich­net die weit ver­brei­te­te Pra­xis, dass Spit­zen­be­am­te im Alter von etwa 55 Jah­ren aus dem Staats­dienst aus­schei­den, um lukra­ti­ve Pos­ten in der Pri­vat­wirt­schaft oder staat­li­chen und halb-staat­li­chen Insti­tu­tio­nen anzunehmen.

Pro­ble­ma­ti­sche Interessenverflechtung

Pro­ble­ma­tisch ist die dar­aus resul­tie­ren­de enge Ver­flech­tung zwi­schen den Minis­te­ri­en und den von ihnen kon­trol­lier­ten Insti­tu­tio­nen. So ver­fü­gen die vom Him­mel her­ab­ge­stie­ge­nen Staats­die­ner natür­lich wei­ter­hin über direk­te Kon­tak­te in die Minis­te­ri­en, in wel­chen sie frü­her arbeiteten.

Manch­mal wer­den ihnen beque­me und gute bezahl­te Chef­pos­ten auch als unaus­ge­spro­che­ne Beloh­nung für die enge Zusam­men­ar­beit und die laxen Kon­trol­len wäh­rend ihrer Amts­zeit ange­bo­ten. Mit die­sem Filz will die Regie­rung Hatoy­a­ma nun aufräumen.

Neue Besen keh­ren gut

So will sie nicht län­ger dul­den, dass Büro­kra­ten, die aus dem Ren­nen um einen Chef­pos­ten aus­schei­den, die Früh­pen­sio­nie­rung nahe gelegt wird. Kabi­netts­se­kre­tär Hiro­f­u­mi Hira­no sag­te, die vor­zei­ti­gen Pen­sio­nie­run­gen för­der­ten das ama­ku­da­ri.

In einem ers­ten Schritt wer­den des­halb kei­ne vor­zei­tig in Pen­si­on gegan­ge­nen Büro­kra­ten mehr auf Vor­stands­pos­ten von Insti­tu­tio­nen akzep­tiert, deren Ernen­nung von der Regie­rung gut­ge­heis­sen wer­den muss.

Auf Anwei­sung von Pre­mier­mi­nis­ter Hatoy­a­ma wird die Beset­zung von etwa 40 Spit­zen­pos­ten in halb-staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen rück­gän­gig gemacht und öffent­lich aus­ge­schrie­ben, berich­tet die Mai­ni­chi Shimbun.

Per­so­nal­sys­tem refor­mie­ren um ama­ku­da­ri zu unterbinden

Kri­ti­ker befürch­ten jedoch ein Durch­ein­an­der in den betrof­fe­nen Insti­tu­tio­nen, falls alle ehe­ma­li­gen Beam­ten, die in der aus­ge­hen­den Regie­rungs­pe­ri­ode unter Taro Aso auf sol­che Pos­ten gehievt wur­den, zum Rück­tritt gezwun­gen werden.

Aus­ser­dem wür­de ein Bann von Früh­pen­sio­nie­run­gen die Per­so­nal­kos­ten erhö­hen und den Ämter­wech­sel ver­lang­sa­men, der fri­schen Wind in die Spit­zen­po­si­tio­nen bringt. Ein Kom­men­ta­tor der Mai­ni­chi Shim­bun for­der­te des­halb, die Regie­rung Hatoy­a­ma müs­se jetzt auch das Per­so­nal­sys­tem der Büro­kra­tie refor­mie­ren, um die Pra­xis des ama­ku­da­ri wir­kungs­voll zu unterbinden.

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