Ver­mie­ter trick­sen mit Getränkeautomaten

flickr/​diabolikkitsuneyGeträn­ke­au­to­ma­ten kön­nen sich für Ver­mie­ter auch aus Steu­er­grün­den lohnen.

In Japan erhal­ten Ver­mie­ter wegen einer Lücke im Mehr­wert­steu­er­ge­setz jedes Jahr geschätz­te 9 Mil­li­ar­den Yen (69 Mil­lio­nen Euro) an Mehr­wert­steu­ern zurück­er­stat­tet. Indem sie einen ein­zi­gen Geträn­ke­au­to­ma­ten auf­stel­len, kön­nen die Ver­mie­ter näm­lich die Mehr­wert­steu­er für den Bau der Woh­nun­gen zurück­ver­lan­gen, schreibt die Yomi­uri Shimbun.

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Mie­ten sind mehrwertsteuerfrei

Miet­ein­nah­men sind die wich­tigs­te Ein­nah­me­quel­le der Ver­mie­ter. Weil Mie­ten aber nicht unter die Mehr­wert­steu­er fal­len, wird die Mehr­wert­steu­er für den Bau des Gebäu­des nicht erstat­tet. Bei der Mehr­wert­steu­er gilt näm­lich das Prin­zip, dass der End­ver­brau­cher die Steu­er trägt.

Wenn jedoch 95 Pro­zent oder mehr der Ein­nah­men einer Per­son oder Orga­ni­sa­ti­on unter die Mehr­wert­steu­er fal­len, wird die Mehr­wert­steu­er erstat­tet, die vor­her für die Ware und ähn­li­ches gezahlt wurde.

Der Trick mit dem Getränkeautomaten

Die Immo­bi­li­en­bran­che macht sich jetzt fol­gen­den Trick zu Nut­ze, um ein Ein­kom­men, das unter die Mehr­wert­steu­er fällt, zu gene­rie­ren. Der Ver­mie­ter stellt einen Geträn­ke­au­to­ma­ten auf, bevor er für ein neu­es Gebäu­de irgend­wel­che Miet­ein­nah­men erhält. Das gan­ze Ein­kom­men besteht jetzt also aus den Ver­käu­fen des Geträn­ke­au­to­ma­ten, und weil die­se mehr­wert­steu­er­pflich­tig sind, kann der Ver­mie­ter die Mehr­wert­steu­er für das gan­ze Gebäu­de zurückverlangen.

Ein Ver­mie­ter, der mit Steu­ern 210 Mil­lio­nen Yen (1,6 Mil­lio­nen Euro) für eine Wohung bezahlt hat, erhält so 10 Mil­lio­nen Yen (75’000 Euro) zurück.

Eine Kom­mis­si­on hat Stich­pro­ben­wei­se 40 der 520 japa­ni­schen Steu­er­äm­ter über­prüft und für das Fis­kal­jahr 2006 etwa 120 sol­cher Fäl­le gefun­den. Die Kom­mis­si­on sag­te, der Trick unter­gra­be die Steu­er­ge­rech­tig­keit und for­der­te das Finanz­mi­nis­te­ri­um auf, einen Rie­gel zu schieben.

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