Der Kult des Unter­gangs: Sho­ko Asa­ha­ra, Grün­der der Aum-Sek­te, sitzt in der Todeszelle.

Der Obers­te Gerichts­hof hat in zwei Beru­fungs­ver­fah­ren zum Sarin-Gas­an­schlag von 1995 die Todes­ur­tei­le gegen den 45-jäh­ri­gen Keni­chi Hiro­se und den 41-jäh­ri­gen Toru Toyo­da bestä­tigt. Die Ver­tei­di­ger von Hiro­se und Toyo­da begrün­de­ten die Beru­fung damit, Chi­zuo Mats­um­o­to habe die bei­den Ver­ur­teil­ten einer Gehirn­wä­sche unter­zo­gen. Rich­ter Yukio Takeu­chi liess aber kei­ne mil­dern­de Umstän­de gelten.

Hiro­se und Toyo­da sind Mit­glie­der der Aum-Sek­te, die 1995 einen Anschlag mit dem Ner­ven­gift Sarin auf die Tokio­ter U-Bahn mit­ver­üb­ten. 13 Men­schen sind damals ums Leben gekom­men und fast 6000 wer­den zum Teil schwer ver­letzt. Bereits ein Jahr zuvor hat­te ein ähn­li­cher Gift­gas­an­schlag in der Stadt Mats­um­o­to (Prä­fek­tur Naga­no) statt­ge­fun­den, bei dem 8 Men­schen star­ben und 200 ver­letzt wur­den. In die­sem Zusam­men­hang wur­den bis­her 13 ehe­ma­li­ge Mit­glie­der der Aum-Sek­te, inklu­si­ve deren Grün­der Chi­zuo Mats­um­o­to (auch bekannt unter dem Namen Sho­ko Asa­ha­ra), zum Tode verurteilt.

Mit der Urteils­be­stä­ti­gung des Obers­ten Gerichts­ho­fes sind damit das 7. und der 8. Todes­ur­teil von ehe­ma­li­gen Aum-Mit­glie­dern zum recht­li­chen Abschluss gebracht wor­den. 5 wei­te­re Beru­fun­gen sind beim Obers­ten Gerichts­hof noch hängig.

War­ten in der Todeszelle

Der heu­te 54-jäh­ri­ge Chi­zuo Mats­um­o­to wur­de 2004 zum Tode ver­ur­teilt. Ein­sprü­che wegen Zwei­feln an Asa­ha­ras Geis­tes­zu­stand fan­den bei den Rich­tern kein Gehör. Ein wei­te­rer Antrag sei­ner zweit­ge­bo­re­nen Toch­ter auf Neu­ver­hand­lung des Fal­les ist im März die­ses Jah­res eben­falls zurück­ge­wie­sen wor­den. Noch ist kei­nes der Todes­ur­tei­le voll­streckt worden.