flickr/​JanneMStras­sen­sze­ne in Kobe

Wäh­rend in Hai­ti eines der schlimms­ten Erd­be­ben der letz­ten Jahr­zehn­te über 100’000 Opfer gefor­dert hat, gedach­te die Stadt Kobe am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de ihrer eige­nen Kata­stro­phe vor 15 Jah­ren. Pre­mier­mi­nis­ter Yukio Hatoy­a­ma, Kron­prinz Naru­hi­to uns sei­ne Gemah­lin, Prin­zes­sin Masa­ko, haben an der Gedenk­ze­re­mo­nie teilgenommen.

Am 17. Janu­ar 1995 beb­te in der Hafen­stadt die Erde mit einer Stär­ke von 7,3 auf der Magnitu­den­ska­la. 6’434 Men­schen ver­lo­ren ihr Leben, 44’000 Men­schen wur­den ver­letzt. 300’000 wur­den durch die ent­stan­de­nen Brän­de obdach­los. Über 100’000 Gebäu­de wur­den völ­lig zer­stört. Die Hoch­au­to­bahn von Kobe kipp­te in einer Län­ge von 5 Kilo­me­tern um. Der Gesamt­scha­den wird auf 100 Mil­li­ar­den Dol­lar beziffert.

Seit­her wur­den der Erd­be­ben­schutz­mass­nah­men zusätz­lich ver­stärkt, da Exper­ten davon aus­ge­hen, dass in den nächs­ten Jah­ren ein ähn­lich gros­ses Erd­be­ben die Haupt­stadt Tokio tref­fen wird. In den japa­ni­schen Medi­en wird der­weil das Kobe-Erd­be­ben noch ein­mal aufgearbeitet.

Mit Inter­views mit Über­le­ben­den, Dis­kus­sio­nen über die lang­fris­ti­gen Nach­wir­kun­gen und Com­pu­ter­ani­ma­tio­nen wird die Tra­gö­die von 1995 noch ein­mal auf­ge­ar­bei­tet. So hat die Sank­ei Shim­bun über einen 82-jäh­ri­ger Mann berich­tet, der genau 6’434 Ori­ga­mi-Kra­ni­che für jedes ein­zel­ne Opfer gefal­tet hat. Sei­ne Ehe­frau gehört zu den Opfern der Katastrophe.

Eine Gedenk­ze­re­mo­nie gegen das Vergessen

Gera­de nach den tra­gi­schen Ereig­nis­sen von Hai­ti ist Kobe ein hoff­nungs­vol­les Bei­spiel dafür wie eine Erd­be­ben­ka­ta­stro­phe in rela­tiv kur­zer Zeit über­wun­den wer­den kann, auch wenn die wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Aus­gangs­be­din­gun­gen nach dem Beben für die japa­ni­sche Stadt unver­gleich­bar bes­ser waren.

Heu­te ist die Stadt wie­der auf­ge­baut und so attrak­tiv wie noch nie. Mit 1,5 Mil­lio­nen Ein­woh­nern hat Kobe eine neue Rekord­mar­ke erreicht. Man­che bekla­gen sich gar, dass das Gros­se Hans­hin Erd­be­ben nach nur 15 Jah­ren aus dem Gedächt­nis vie­ler Men­schen ver­schwun­den ist. Gera­de des­halb nimmt die Gedenk­ze­re­mo­nie eine beson­ders wich­ti­ge Rol­le gegen das Ver­ges­sen ein.