Jedes Jahr lockt der Penis

flickr/​alexthompsonPenis­freu­den: Ein shin­tois­ti­sches Fest in Japan.

Es ist eine alte shin­tois­ti­sche Bau­ern­tra­di­ti­on in Japan, den Wunsch nach einer guten Ern­te mit dem nach vie­len Kin­dern zu kom­bi­nie­ren. All­jähr­lich fin­den hier­für auf dem Land Fes­ti­vi­tä­ten statt, wel­che die Geni­ta­li­en ehren. Ein sol­ches gibt es jedes Jahr im März beim Taga­ta-Schrein in der Stadt Koma­ki aus­ser­halb Nagoyas.

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Zuerst wird die Vagi­na und ein paar Tage spä­ter der Penis zele­briert. Die Ein­woh­ner der Stadt zie­hen sich fest­lich an und fei­ern den Tag mit Sake und Bier. Jedes Jahr wer­den rund 100’000 aus­län­di­sche und japa­ni­sche Tou­ris­ten erwar­tet, wenn eine Grup­pe jun­ger Män­ner einen rie­si­gen Penis aus Zypres­sen­holz durch die Stadt trägt und alle paar Meter einen kur­zen Halt machen, um den Holz­phal­lus um die eige­ne Ach­se zu dre­hen. Ein­ein­halb Stun­den dau­ert der Umzug. Die Tra­ge­teams wech­seln sich ab, so schwer ist der Penis.

Am Stras­sen­rand wer­den Süs­sig­kei­ten und Scho­ko­la­de in Penis- und Vagina­form ver­kauft. Selbst ein Vagi­na-Aschen­be­cher wird feil­ge­bo­ten. Skult­pu­ren und Schmuck in Geni­tal­form dür­fen eben­so wenig fehlen.

Das rich­ti­ge Timing der Regierung

«Ein alter japa­ni­scher Glau­be besagt, dass für das Wachs­tum und die Ent­wick­lung aller Din­ge, die Mut­ter Erde durch den Him­mels­va­ter befruch­tet wer­den muss», heisst es in einer Bro­schü­re zur Para­de. «Die Men­schen kom­men hier­her, wenn sie ein Baby haben wol­len», sagt ein Frei­wil­li­ger gegen­über der Glo­bal Post. Bei ihm habe es funk­tio­niert. Er habe eine Toch­ter und einen Sohn, fügt er lachend bei.

So passt das Shin­to-Fest ganz gut zu Japan. Denn das Land lei­det unter einer der tiefs­ten Gebur­ten­ra­te der Welt. Die japa­ni­sche Regie­rung hat recht­zei­tig zur «Penis-Sai­son» nach­ge­hol­fen: Seit letz­ter Woche hat das Par­la­ment einem Gesetz zuge­sagt, das Eltern anhand von Kin­der­gel­dern finan­zi­ell unter die Arme grei­fen soll (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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