Sanft und erfolg­reich: Sakie Fukushima.

Sakie Fuku­shi­mas Stim­me ist sanft, ihr Auf­tre­ten unauf­fäl­lig. Was man auf den ers­ten Blick nicht ahnt: Die 60-jäh­ri­ge ist eine der mäch­tigs­ten Wirt­schafs­per­sön­lich­kei­ten Japans. Fuku­shi­ma ist die ers­te Frau, die in den Auf­sichts­rat des japa­ni­schen Rei­fen­her­stel­lers Brid­gestone beru­fen wurde.

Es ist bereits der zwei­te Spit­zen­pos­ten den Fuku­shi­ma inne­hat. Sie ist bereits Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de von Korn/​Ferry Inter­na­tio­nal Japan. Das ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men hat sich auf die Rekru­tie­rung von Füh­rungs­per­so­nal spezialisiert.

Fuku­shi­mas Erfolg ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. In den japa­ni­schen Füh­rungs­eta­gen liegt der Frau­en­an­teil bei beschei­de­nen 1,4 Prozent.

Wo har­te Arbeit geschätzt wird

Nicht viel hät­te gefehlt und sie wäre eine gewöhn­li­che japa­ni­sche Haus­frau gewor­den, erzählt Fuku­shi­ma dem Nach­rich­ten­sen­der CNN. Wie bei allen Frau­en ihrer Gene­ra­ti­on habe man gar nichts ande­res erwartet.

«Ich hat­te aber das Glück an einem Ort zu arbei­ten, wo har­te Arbeit geschätzt wur­de», erklärt Fuku­shi­ma. Die Chan­ce zum Kar­rie­re­start gab ihr Korn/​Ferry Inter­na­tio­nal. Mit Fuku­shi­ma an Bord ver­viel­fach­ten sich die Umsät­ze. Es folg­te der Auf­stieg in eine Kaderposition.

Japans Nega­tiv­bi­lanz

«Hät­te ich für einen gros­sen japa­ni­schen Kon­zern gear­bei­tet, hät­te ich es wohl nie so weit gebracht», urteilt sie mit einer sanf­ten Stim­me im Gespräch mit CNN. Ihr Ehe­mann und ihre ame­ri­ka­ni­schen Vor­ge­setz­ten haben ihr den Glau­ben geschenkt über die gesell­schaft­li­chen Erwar­tun­gen Japans hin­aus zu denken.

Laut einem Bericht des World Eco­no­mic Forum liegt Japan bezüg­lich der Gleich­stel­lung der Frau­en im inter­na­tio­na­len Ver­gleich abge­schla­gen auf dem 75. Rang (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Das ist die schlech­te Plat­zie­rung unter allen G-8-Natio­nen. Auch die UNO kri­ti­sier­te Japan in die­ser Hin­sicht (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Rezes­si­on als Chance

Beth Broo­ke von Ernst & Young bezeich­net dies als eine «bedrü­cken­de Rea­li­tät für die zweit­gröss­te Wirt­schafts­na­ti­on der Welt». Doch gera­de die Wirt­schafts­kri­se und die fal­len­de Gebur­ten­ra­te sieht Broo­ke als Chan­ce für die Japa­ne­rin­nen aus ihren tra­di­tio­nel­len Rol­len der Haus­frau, Sekre­tä­rin oder Laden­an­ge­stell­te auszubrechen.

Wachs­tum für Japans Wirt­schaft kön­ne nur gesche­hen, indem die Gesell­schaft den Frau­en bes­se­re Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten bie­te. In die­ser Hin­sicht habe Japan ein enor­mes Poten­ti­al, meint Brooke.

Die Zuver­sicht Fukushimas

Auch Fuku­shi­ma ist damit ein­ver­stan­den: «Japans Unter­neh­men sind zuneh­men­dem Kon­kur­renz­druck aus Chi­na und Korea aus­ge­setzt. Sie haben rea­li­siert, dass sich etwas ändern muss. Sie kön­nen sich nicht mehr auf die Erfolgs­mo­del­le der 1970er- und 1980er-Jah­re ver­las­sen. Sie wer­den den Frau­en mehr Chan­cen geben müs­sen.» ja.