Wo 46’000 Kin­der auf eine Tages­stät­te warten

flickr/​pjan van­dae­leWohin die Rei­se wohl führt? In Tokio gibt es immer noch zu wenig Kinderkrippen.

Der Alb­traum eines jedes Ehe­paa­res in Japans Grosstäd­ten ist die Suche nach einer Betreu­ungs­stät­te für das eige­ne Kind. Eine Nan­ny gilt in Japan als ein Luxus, den sich prak­tisch kei­ne Fami­lie leis­ten kann.

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Die staat­li­chen Kin­der­krip­pen sind mit Prei­sen zwi­schen 600 und 800 Dol­lar im Monat ver­gleich­bar güns­tig. Ent­spre­chend lang sind die War­te­lis­ten. Bis zu 2 Jah­ren müs­sen sich Eltern in Tokio gedul­den. Selbst die pri­va­ten Krip­pen sind rest­los ausgebucht.

Japans Regie­rung schätzt, dass rund 46’000 Kin­der im Land auf einer War­te­lis­te für eine Betreu­ungs­stät­te ste­hen. Die Quar­tier­be­hör­den ver­su­chen mit einem Punk­te­sys­tem den Ansturm zu bear­bei­ten. Dabei zählt, ob man Voll­zeit arbei­tet, bereits den Mut­ter­schafts­ur­laub hin­ter sich hat, allein­er­zie­hen­de Mut­ter ist oder von der Für­sor­ge lebt.

Schwie­ri­ger als eine Elite-Universität

In eine Kin­der­krip­pe zu kom­men, sei schwie­ri­ger als von einer Eli­te-Uni­ver­si­tät auf­ge­nom­men zu wer­den, bekla­gen sich die arbeits­tä­ti­gen Müt­ter in Tokio. Die Stadt­re­gie­rung von Tokio hat das Pro­blem erkannt und ver­spro­chen wei­te­re 150 Kin­der­be­treu­ungs­zen­tren für 6000 Kin­der zu eröff­nen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Tokio zählt heu­te fast 1600 Kin­der­krip­pen. Das ist die höchs­te Zahl im Land und trotz­dem genügt sie bei wei­tem nicht aus.

Der Man­gel an Kin­der­ta­ges­stät­ten ist mit­hin ein Grund, wes­halb vie­le Japa­ne­rin­nen ihren Job nach der Geburt des Kin­des auf­ge­ben. Japans Poli­ti­ker sind erst gera­de dar­an zu rea­li­sie­ren, dass Kin­der­krip­pen eine Not­wen­dig­keit sind, um etwas gegen die sin­ken­de Gebur­ten­ra­te zu unter­neh­men. Im Jahr 2050 wer­den bereits 40 Pro­zent der Bevöl­ke­rung über 65 Jah­re alt sein. ja.

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