Aus­län­der­fal­le Roppongi

flickr/​megabnBerühmt berüch­tigt: Rop­pon­gi bei Nacht

Rop­pon­gi ist Tokios belieb­tes­tes Aus­geh­vier­tel für Aus­län­der und Tou­ris­ten. Hier geht die Nacht nie zu Ende. Der Alko­hol in den Bars fliesst in Strö­men – und für Betrü­ger ist Rop­pon­gi ein gefun­de­nes Fres­sen. Laut der Japan Times hat die Poli­zei allei­ne in die­sem Jahr über 100 Kla­gen wegen mög­li­chen Kre­dit­kar­ten­be­trugs von Aus­län­dern erhal­ten, die zumeist aus Euro­pa, den USA und seit kur­zem aus Chi­na kommen.

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Im Ver­dacht ste­hen rund 40 Bars und Restau­rants, die sys­te­ma­tisch ihre Kun­den hin­ters Licht füh­ren. Für die Poli­zei sind Aus­län­der ein­fa­che Opfer: «Aus­län­di­sche Tou­ris­ten spre­chen sel­ten Japa­nisch. Sich recht­lich zu weh­ren ist für sie beson­ders schwierig.»

In min­des­tens einem Fall ging die Rech­nung für die Betrü­ger jedoch nicht auf. So hat­te ein Ita­lie­ner, der seit Jah­ren in Tokio lebt, Anfang die­ses Jah­res Kla­ge gegen ein Restau­rant und zwei Kre­dit­kar­ten­fir­men ein­ge­reicht. Auf des­sen monat­li­cher Abrech­nung wur­de ein Betrag über 370’000 Yen (knapp 3400 Euro) für ein Restau­rant abge­bucht, das er nie besucht hatte.

Auf den Vor­wurf fol­gen Gegenvorwürfe

Der Ita­lie­ner ver­mu­tet, dass er bei einem Bar-Besuch in Rop­pon­gi übers Ohr gehau­en wur­de. Denn die Bar befand sich nur ein Stein­wurf vom ange­ge­be­nen Restau­rant weit ent­fernt. Das Restau­rant wehr­te sich gegen den Vor­wurf. Der Ita­lie­ner kön­ne sich nicht mehr dar­an erin­nern, weil er betrun­ken gewe­sen sei.

Die Kre­dit­kar­ten­fir­ma bestä­tig­te jedoch dem Gericht, dass eine Abrech­nungs­ma­schi­ne für die Kre­dit­kar­te sehr wohl ört­lich ver­scho­ben wer­den kön­ne. Dadurch sei ein Betrugs­fall nicht aus­ge­schlos­sen. Im Juli bekam das Opfer schliess­lich von einem Tokio­ter Gericht eine Ent­schä­di­gungs­zah­lung zuge­spro­chen. ja.

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