Eine his­to­ri­sche Rede

flickr/korea.net-official page of the repu­blic of koreaEin Hand­schlag zwi­schen Freun­den: Süd­ko­reas Prä­si­dent Lee Myung-bak (links) und Japans Pre­mier Nao­to Kan.

Pre­mier­mi­nis­ter Nao­to Kan hat sich bei Süd­ko­rea für die japa­ni­sche Kolo­ni­al­ver­gan­gen­heit ent­schul­digt. Die Stel­lung­nah­me erfolg­te rund 3 Wochen vor dem 100-jäh­ri­gen Gedenk­tag an die japa­ni­sche Anne­xi­on Koreas vom 29. August 1910, die bis 1945 andau­er­te. Kan wähl­te bewusst ein frü­he­res Datum. Denn am 15. August fei­ert Süd­ko­rea tra­di­tio­nell die Befrei­ung des Lan­des von der Kolonialherrschaft.

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Die Wort­wahl Kans war in Über­ein­stim­mung mit der von Pre­mier­mi­nis­ter Tomiichi Mura­y­a­ma aus dem Jahr 1995 und von Juni­chi­ro Koi­zu­mi aus dem Jahr 2005. Die Tokio­ter Regie­rung brach­te «eine tie­fe Reue» und «eine von Her­zen kom­men­de Ent­schul­di­gung» für den zuge­füg­ten Scha­den und das Lei­den gegen­über dem korea­ni­schen Volk zum Aus­druck. Süd­ko­reas Prä­si­dent Lee Myung-bak bedank­te sich für Kans Stellungnahme.

Nord­ko­rea ausgelassen

Im Gegen­satz zur his­to­ri­schen Erklä­rung von Pre­mier Mura­y­a­ma von 1995, in der die Abbit­te an «alle asia­ti­schen Opfer der japa­ni­schen Aggres­si­on» gerich­tet war, beschränk­te sich Kan mit sei­nem Doku­ment aus­schliess­lich auf Süd­ko­rea. Nord­ko­rea fand dabei kei­ne Erwähnung.

Zudem ver­mied der japa­ni­sche Pre­mier­mi­nis­ter jeg­li­che Wort­wahl, die zu wei­te­ren finan­zi­el­len Kom­pen­sa­ti­ons­for­de­run­gen füh­ren könn­te. Denn Japan sieht die Akte der Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen mit dem 1965 unter­zeich­ne­ten Basis­ver­trag mit Süd­ko­rea für abge­schlos­sen. Kon­ser­va­ti­ve Rei­hen in Japan ver­war­fen Kans Stel­lung­nah­me als eine «Ent­schul­di­gungs­di­plo­ma­tie», die nur zu wei­te­ren Repa­ra­ti­ons­for­de­run­gen füh­ren würde.

Kans Ver­spre­chen

Unbe­ein­druckt von sol­chen Äus­se­run­gen beton­te Kan wei­ter die engen japa­nisch-süd­ko­rea­ni­schen Bezie­hun­gen, die in den letz­ten Jah­ren auf wirt­schaft­li­cher, kul­tu­rel­ler und per­so­nel­ler Ebe­ne ver­tieft wurden.

Er ver­sprach zudem in der nahen Zukunft wich­ti­ge korea­ni­sche Kul­tur­gü­ter, die in japa­ni­schem Besitz sind, Seo­ul zu über­ge­ben. Dazu gehö­ren könig­li­che Doku­men­te der Jose­on-Dynas­tie, die mit der japa­ni­schen Macht­über­nah­me 1910 nach fast 5 Jahr­hun­der­ten ihr Ende genom­men hat­te. ja.

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