War­ten auf eine Entschuldigung

flickr/​Lynze LaneDas Mahn­mal der Atom­bom­be: Die Atom­bom­ben­kup­pel von Hiroshima.

An der 65-jäh­ri­gen Gedenk­fei­er zum Abwurf der Atom­bom­be über Hiro­shi­ma hat­te mit US-Bot­schaf­ter John Roos erst­mals ein offi­zi­el­ler ame­ri­ka­ni­scher Ver­tre­ter teil­ge­nom­men. Mit Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki Moon war auch erst­mals der höchs­te Ver­tre­ter der Uno vor Ort. Auch die Bot­schaf­ter von Gross­bri­tan­ni­en und Frank­reich gaben ihr Stell­dich­ein. Ins­ge­samt 55’000 Per­so­nen ver­sam­mel­ten sich auf Gelän­de des Frie­dens­par­kes von Hiroshima.

Sep­tem­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Die USA woll­ten die Anwe­sen­heit aber nicht als offi­zi­el­le Ent­schul­di­gung ver­stan­den haben. «Es gibt nichts, wofür wir uns ent­schul­di­gen müs­sen», beton­te Phi­lip Crow­ley, Pres­se­spre­cher des US-Aus­sen­mi­nis­te­ri­ums auf dem Kurz­nach­rich­ten­por­tal Twit­ter. Man wol­le aus­schliess­lich den Opfern der Bom­be das Mit­ge­fühl aussprechen.

In den USA wur­de die­se Ges­te von Washing­ton mit gemisch­ten Gefüh­len auf­ge­nom­men. Gewis­se Kon­ser­va­ti­ve monier­ten, dass der Auf­tritt von Bot­schaf­ter Roos als still­schwei­gen­de Ent­schul­di­gung ver­stan­den wer­den kön­ne. Gene Tib­bets, Sohn eines Besat­zungs­mit­glie­des des Hiro­shi­ma-Bom­bers «Eno­la Gay», mein­te kri­tisch gegen­über der Nach­rich­ten­sen­der Fox News, dass damit «die Geschich­te neu geschrie­ben» werde.

Seit Barack Oba­mas Pra­ger Auf­ruf für eine nukle­ar­freie Welt hofft ganz Japan dar­auf, dass sich die USA in abseh­ba­rer Zeit offi­zi­ell für ihre Tat ent­schul­di­gen wer­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Dies­be­züg­lich wur­de John Roos’Auftritt von Tokio als ein ers­ter Schritt in die­se Rich­tung wahrgenommen.

Naga­sa­ki am 9. August

Am 9. August folgt die Gedenk­fei­er in Naga­sa­ki, in der die zwei­te Atom­bom­be vor 65 Jah­ren abge­wor­fen wur­de. Auch hier wer­den Ver­tre­ter der USA, Frank­reich und Gross­bri­tan­ni­en, sowie aus wei­te­ren 32 Län­dern erwartet.

Für das Ereig­nis hat sich der 59-jäh­ri­ge Künst­ler Koji Mizu­ta­ni etwas Spe­zi­el­les ein­fal­len las­sen. Im Frie­dens­park wur­den 100 Regen­schir­me auf­ge­stellt, auf denen lächeln­de Kin­der abge­bil­det sind. Die meis­ten von ihnen haben das gros­se Erd­be­ben von Kobe und die Tsu­na­mi-Kata­stro­phe von Indo­ne­si­en erlebt. «Es soll den Wunsch nach einer glück­li­chen Welt wie­der­ge­ben», erklärt Mizu­ta­ni sein Pro­jekt. ja.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

cas-ostasien
Shinsen
asia-intensiv
Shizuku
Sato
Negishi
Bimi
Gustav Gehrig
Kabuki
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Edomae
Japan Wireless
Aero Telegraph
Nooch
Asia Society
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1