Tokyo Sky Tree: Kei­ne Yaku­za erwünscht

flickr/​tanaka juuyohEin sau­be­rer Turm: Der Tokyo Sky Tree wächst in die Höhe.

Der Tokyo Sky Tree wird in 2 Jah­ren 634 Meter errei­chen und damit die höchs­te Gebäu­de­struk­tur in Ost­asi­en sein (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Noch viel bemer­kens­wer­ter ist, dass der Fern­seh­turm vor­aus­sicht­lich ohne Hil­fe der Yaku­za ent­steht – eine Sel­ten­heit in Japan. Eine Tafel auf dem Gelän­de der Bau­stel­le, die unmiss­ver­ständ­lich auf das Ver­bot jeg­li­cher kri­mi­nel­ler Orga­ni­sa­tio­nen am Jahr­hun­dert­pro­jekt ver­weist, soll die­sen wich­ti­gen Neben­as­pekt unterstreichen.

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«Wir haben ein Bünd­nis mit Bau­fir­men geschlos­sen, das jeg­li­che Yaku­za-Ein­mi­schung aus­schliesst», erklärt Hiroi­chi Kata­y­a­ma, der Tokio­ter Poli­zei­di­rek­tor zur Bekämp­fung kri­mi­nel­ler Orga­ni­sa­tio­nen, gegen­über der Japan Times. Der Tokyo Sky Tree ist nicht das ers­te Bei­spiel für die­ses Bündnis.

Auch der Neu­bau des Kabu­ki-Thea­ters im Gin­za-Quar­tier soll kom­plett frei von jeg­li­cher Yaku­za-Betei­li­gung sein. Auch beim Bau des Gran Tokyo North Tower beim Bahn­hof Tokio vor 3 Jah­ren wur­de ein rang­hö­he­res Mit­glied der zweit­gröss­ten Yaku­za-Orga­ni­sa­ti­on, der Sumiyo­shi-kai, wegen ver­such­ter Geld­erpres­sung von der Poli­zei verhaftet.

Mit Zwang aus den Häu­sern geworfen

Eine Tafel ver­weist dar­auf, dass kei­ne Yaku­za-Grup­pen am Pro­jekt betei­ligt sind.

Die Yaku­za ist seit dem Zwei­ten Welt­krieg eng in die Bau­pro­jek­te Japans invol­viert. Als ein not­wen­di­ges Übel betrach­te­te die Bau­bran­che die japa­ni­schen Mafia-Orga­ni­sa­tio­nen. Für die Yaku­za selbst sei­en Immo­bi­li­en­ge­schäf­te stets eine Mög­lich­keit Kapi­tal auf­zu­trei­ben, erklärt Kat­ya­ma der Japan Times weiter.

Jia­ge wird das Vor­ge­hen genannt, Häu­ser­be­sit­zer von einem Grund­stück mit Zwang zu ver­trei­ben, um Platz für ein Gross­pro­jekt zu machen. Eine Auf­ga­be, die stets der Yaku­za zukommt. Wei­te­re Betä­ti­gungs­fel­der sind das Schlich­ten von Strei­tig­kei­ten im Zusam­men­hang mit Grund­stücks­an­sprü­chen oder die Rekru­tie­rung von Arbeits­kräf­ten für die Bau­in­dus­trie. Über Sub­un­ter­neh­men, die an Bau­pro­jek­ten betei­ligt sind, gelan­gen die Yaku­za an die Geldtöpfe.

Schüs­se gegen Baufirma

Doch seit die Wirt­schaft Japans in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten zu sta­gnie­ren begon­nen hat, sind kri­mi­nel­len Orga­ni­sa­tio­nen zu einer zusätz­li­chen Last gewor­den. «Aus wirt­schaft­li­cher Sicht bedeu­tet die Yaku­za mehr Kos­ten», erklärt Mino­ru Yokoy­a­ma, Rechts­pro­fes­sor und Kri­mi­no­lo­ge an der Uni­ver­si­tät Kokug­aku­in, im Gespräch mit der Japan Times.

Die Yaku­za wehrt sich zuneh­mend mit Gewalt gegen ihren Aus­schluss. Die­sen April wur­de in der japa­ni­schen Stadt Fuku­o­ka meh­rer Schüs­se gegen das Büro eines Bau­un­ter­neh­mens abge­ge­ben, nach­dem die­ses sich gewei­gert hat­te, der Yaku­za Schutz­zah­lun­gen für den Bau einer Gas­bohr­in­sel zu liefern.

Gesetz gegen Zahlungen

Die Stadt reagier­te prompt mit einem Gesetz, das jeg­li­che Zuwen­dun­gen an die Yaku­za mit einer Geld­bus­se von bis zu 500’000 Yen (rund 4500 Euro) oder 1 Jahr Gefäng­nis bestraft. Die Natio­na­le Poli­zei­be­hör­de will mit einer ähn­li­chen Ver­ord­nung nach­zie­hen. Ziel sei, die Yaku­za mög­lichst von Kapi­tal­zu­wen­dun­gen, die beson­ders im Bau gross­zü­gig flies­sen, aus­zu­schlies­sen. Noch sei es aber ein lan­ger Weg dort­hin, glaubt Yokoy­a­ma. ja.

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