flickr/​chez_​sugiAuch Tou­ris­ten aus Chi­na gefällt das Shop­ping im Tokio­ter Nobel­vier­tel Ginza.

Der chi­ne­si­sche Kapi­tän eines Fisch­kut­ters, der vor 2 Wochen von der japa­ni­schen Mari­ne ver­haf­tet wur­de, ist wie­der auf frei­em Fuss. Der Mann und sei­ne Besat­zung waren in die von Japan kon­trol­lier­ten und gleich­zei­tig von Chi­na bean­spruch­ten Gewäs­ser der Sen­ka­ku-Insel­grup­pe ein­ge­drun­gen. Ein chi­ne­si­sches Char­ter­flug­zeug soll ihn abge­holt haben. Damit wur­de ein Dis­put been­det, der zu eska­lie­ren droh­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Fol­gen des Streits sind noch nicht abseh­bar. So befürch­tet die japa­ni­sche Tou­ris­mus­bran­che emp­find­li­che einbussen.

Japan hat sich näm­lich zum Ziel gesetzt, mas­siv mehr Tou­ris­ten ins Land zu holen, um die sta­gnie­ren­de hei­mi­sche Wirt­schaft in Fahrt zu brin­gen. Gera­de die zahl­rei­chen aus­ga­be­freu­di­gen Gäs­te aus Chi­na sind in Japan gern gese­he­ne Gäs­te gewor­den. Dazu hat Japan vor knapp 3 Mona­ten die Ein­rei­se­be­din­gun­gen für chi­ne­si­sche Tou­ris­ten gelo­ckert, um mehr Tou­ris­ten aus Chi­na nach Japan zu locken (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Doch nun droht der Dis­put die japa­ni­schen Bemü­hun­gen zunich­te zu machen.

10’000 Annu­la­tio­nen

Der chi­ne­si­sche Kos­me­tik- und Reform­kost­her­stel­ler Pro-Health sag­te wegen des Streits kurz­fris­tig eine für 10’000 Ange­stell­te geplan­te Rei­se nach Japan ab. Und die chi­ne­si­schen Behör­den haben offen­bar die Rei­se­bü­ros in Peking und Shang­hai dazu auf­ge­ru­fen, Rei­sen nach Japan zu strei­chen oder weni­ger stark zu bewerben.

Auf diplo­ma­ti­schem Par­kett wur­den die Span­nun­gen eben­falls sicht­bar, als die chi­ne­si­sche Dele­ga­ti­on am Mitt­woch dem Eröff­nungs­emp­fang der Kon­fe­renz der Tou­ris­mus-Minis­ter der APEC (Asia-Paci­fic Eco­no­mic Coope­ra­ti­on) in der japa­ni­schen Stadt Nara fernblieben.

Chi­na wol­le Japan beim Tou­ris­mus tref­fen, weil es davon selbst prak­tisch nichts spü­re und Japan sich nicht ein­fach dage­gen weh­ren kön­ne, zitier­te die Mai­ni­chi Shim­bun eine anony­me Quel­le aus dem Umfeld der Konferenz.