Sorgt für viel Schlag­zei­len: Ichi­ka­wa Ebizo.

Der Kabu­ki-Schau­spie­ler Ichi­ka­wa Ebi­zo erholt sich von den Ver­let­zun­gen der Schlä­ge­rei, die er sich Ende Novem­ber in einer Bar im Tokio­ter Vier­tel Nishia­zabu zuge­zo­gen hat­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Sein Ruf ist seit­her arg ramponiert.

Sei­ne geplan­ten Auf­trit­te muss­te Ebi­zo alle­samt absa­gen. Der Mann, de den Schau­spie­ler übel zuge­rich­te­te hat­te, wur­de in der Zwi­schen­zeit ver­haf­tet. Die Staats­an­walt­schaft hat wegen Kör­per­ver­let­zung Kla­ge gegen ihn ein­ge­reicht. Ebi­zo selbst ist die Ange­le­gen­heit mitt­ler­wei­le der­art läs­tig, dass er sie mög­lichst schnell unter den Tep­pich zu wischen versucht.

Wider­sprüch­li­che Aussagen

Sei­ne eige­ne Ansicht, dass er ein unschul­di­ges Opfer einer rüden Atta­cke war, musst inzwi­schen etwas revi­diert wer­den, auch wenn bis heu­te der Ablauf über den Tat­her­gang so wider­sprüch­li­che Aus­sa­gen her­gibt, dass man sich in einer moder­nen Ver­si­on von Aki­ra Kuro­sa­was Film Ras­ho­mon wähnt.

Schein­bar soll der etwas ange­trun­ke­ne Ebi­zo an jenem ver­häng­nis­vol­len Abend mit einer Grup­pe ins Gespräch gekom­men sein, in der Ito und ein ehe­ma­li­ger Füh­rer einer Motor­rad-Gang waren. Letz­te­rer behaup­tet, dass er von Ebi­zo ange­grif­fen wur­de, wor­auf Ito zur schlag­kräf­ti­gen Ver­tei­di­gung schritt.

Er habe auf Ebi­zo ein­ge­schla­gen, weil die­ser den Freund an den Haa­ren gepackt und pro­vo­ziert haben soll, hat­te der Täter laut der Asahi Shim­bun nach der Aus­ein­an­der­set­zung einem Freund sein Han­deln begründet.

Ebi­zo widerspricht

Ebi­zo hin­ge­gen bestrei­tet die­se Vor­wür­fe. Er habe sich ledig­lich um den betrun­ke­nen Biker geküm­mert, als Ito plötz­lich auf ihn ein­zu­schla­gen begann. Er habe dabei um sein Leben gefürch­tet, wie er an Pres­se­kon­fe­renz nach dem Zwi­schen­fall spä­ter berich­te­te. An vie­le mehr kön­ne er sich jedoch nicht erinnern.

Dass die Wahr­heit irgend­wo dazwi­schen liegt, muss auch Ebi­zo bewusst gewor­den sein. Um die Ange­le­gen­heit nicht wei­ter anzu­hei­zen, haben sei­ne Anwäl­te mit Ito und dem ehe­ma­li­gen Gang-Füh­rer kur­zer­hand eine Ver­ein­ba­rung geschlos­sen, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet.

Ebi­zo bereut

Dem­nach ent­schul­digt sich Ebi­zo bei den ande­ren bei­den, auch wenn er gleich­zei­tig betont, dass er nie­man­den ver­letzt habe. Der ehe­ma­li­ge Gang-Füh­rer ver­spricht im Gegen­zug kei­ne Zivil­kla­ge gegen den Kabu­ki-Schau­spie­ler ein­zu­rei­chen. Aus­ser­dem macht sich Ebi­zo dafür stark, dass Ito kein Gerichts­ver­fah­ren droht. Die Anwäl­te ver­si­cher­ten, dass dabei kein Geld geflos­sen sei.

Der­weil übt sich Ebi­zo in öffent­li­chen Pres­se­kon­fe­ren­zen um Scha­dens­be­gren­zung. Er bereue, dass er eine Vor­lie­be für den Alko­hol habe und an jenem Abend jeg­li­che sozia­le Ver­ant­wor­tung ver­mis­sen liess.