Eine Flug­zeug­trä­ger-Flot­te für China

flickr/​Matthew Stin­sonAnschau­ungs­ma­te­ri­al: Chi­na hat 2004 auch den ehe­mals sowje­ti­schen Flug­zeug­trä­ger Kiev erworben.

Peking hat­te bereits im April 2009 den Bau des ers­ten chi­ne­si­schen Flug­zeug­trä­gers bewil­ligt. Offi­zi­ell wur­de der Ent­scheid nie bekannt­ge­ge­ben (Asi­en­pie­gel berich­te­te). Nun die Kehrt­wen­de: Der eben ver­öf­fent­lich­ter Jah­res­be­richt der chi­ne­si­schen Mee­res­be­hör­de bestä­tigt offi­zi­ell, dass Chi­na dar­an ist, sei­nen ers­ten Flug­zeug­trä­ger zu erstel­len. Und dies mit Hochdruck.

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Bereits 2015 soll das ers­te Modell vom Sta­pel lau­fen, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. In 6 ver­schie­de­nen Fabri­ken und wis­sen­schaft­li­chen Insti­tu­ten in Shang­hai und ande­ren Städ­ten ist die Pro­duk­ti­on in vol­lem Gan­ge. Bis 2020 plant Peking gar den Bau eines ato­mar betrie­be­nen Flug­zeug­trä­gers. Die neue Flot­te wird vor­aus­sicht­lich auf der Mari­ne­ba­sis von Sanya auf der Insel Hain­an im süd­chi­ne­si­schen Meer sta­tio­niert werden.

Die Pekin­ger Regie­rung woll­te das Pro­gramm geheim hal­ten, um die Nach­bar­län­der nicht abzu­schre­cken. Das Mili­tär, das seit län­ge­rem auf eine öffent­li­che Erklä­rung poch­te, scheint sich nun durch­ge­setzt zu haben. Die Mee­res­be­hör­de ist denn auch Teil des Land­mi­nis­te­ri­ums, das laut der Asahi Shim­bun tra­di­tio­nell enge Bezie­hun­gen zur chi­ne­si­schen Mari­ne pflegt.

«Die Wie­der­auf­er­ste­hung Chinas»

Der Jah­res­be­richt der Mee­res­be­hör­de erläu­tert auch gleich die Grün­de für die Eile. Die Durch­set­zung von Chi­nas See­macht sei «unab­ding­lich, um die gros­se Wie­der­auf­er­ste­hung des chi­ne­si­schen Vol­kes zu voll­brin­gen». Bis in 8 Jah­ren soll Chi­na gemäss dem Bericht zu einer mit­tel­gros­sen See­macht auf­stei­gen, um auf mög­li­che Her­aus­for­de­run­gen und Gefah­ren auf See reagie­ren zu kön­nen. Der Bericht deu­tet aus­ser­dem dar­auf hin, dass der chi­ne­si­schen Flug­zeug­trä­ger nicht nur als Gegen­ge­wicht zur mili­tä­ri­schen Über­macht der USA geplant ist, son­dern auch um die patrio­ti­schen Gefüh­len Chi­nas zu steigern.

Für die chi­ne­si­sche Luft­waf­fe haben die Vor­be­rei­tun­gen zum Betrieb eines sol­chen Rie­sen­schif­fes bereits begon­nen. Der von Chi­na gekauf­te ehe­ma­li­ge sowje­ti­sche Flug­zeu­trä­gers Varyag, des­sen Bau 1992 gestoppt und die Elek­tro­nik nie ein­ge­baut wur­de, wird bis 2012 zu Trai­nings­zwe­cken auf See auf­ge­rüs­tet. Die Varyag liegt der­zeit im Hafen von Dali­an vor Anker.

Ein Rüs­tungs­wett­lauf in Ostasien?

In Xing­cheng, Pro­vinz Liao­n­ing, und in Xian, Pro­vinz Shanxi, hat das chi­ne­si­sche Mili­tär zudem zwei Flug­fel­der in der Län­ge eines Trä­gers gebaut. Die Ein­rich­tun­gen sind mit Kon­troll­sys­te­men eines Flug­zeug­trä­gers aus­ge­stat­tet. Die Start­ram­pe soll sich zudem in einem Win­kel von 14 Grad krüm­men. Rund 24 Kampf­flug­zeu­ge kön­nen in Xing­cheng gela­gert wer­den. Bereits 50 chi­ne­si­sche Pilo­ten neh­men laut frü­he­ren Medi­en­be­rich­ten bereits am Trai­nings­pro­gramm teil.

Der Japa­ner Masa­f­u­mi Iida, Chef­for­scher beim natio­na­len Insti­tut für Ver­tei­di­gungs­stu­di­en in Tokio, sieht denn auch einen mög­li­chen Grund für Chi­nas plötz­lich Eile: «Im Süd­chi­ne­si­schen Meer ver­schär­fen sich die Ter­ri­to­ri­al­kon­flik­te um klei­ne Insel­grup­pen zwi­schen den Anrai­ner­staa­ten. Für Chi­na scheint es dar­um zu gehen, Macht zu demons­trie­ren.» Iida befürch­tet, dass mit dem Bau eines Flug­zeug­trä­gers der Rüs­tungs­wett­lauf in Ost­asi­en wei­ter ange­heizt wird.

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