flickr/​motoyenDer Mann und die Liebe.

Japan wird zuneh­mend zu einer Sin­gle-Gesell­schaft. Heu­te sind 47 Pro­zent der 30 bis 34-jäh­ri­gen Japa­ner allein­ste­hend. 1990 lag die­ser Wert noch bei 32 Pro­zent. Eine aktu­el­le Stu­die der Regie­rung, die nach den Ursa­chen der tie­fen Gebur­ten­ra­te im Land forscht, hat nun erge­ben, dass ein guter Lohn die Bereit­schaft zur Hei­rat mar­kant stei­gert, zumin­dest beim Mann.

Dem­nach braucht es einen Jah­res­lohn von 3 Mil­lio­nen Yen (26’000 Euro), damit die Wahr­schein­lich­keit steigt, dass ein Japa­ner hei­ra­tet. Gemäss der Stu­die sind rund 25 Pro­zent der 20- bis 40-Jäh­ri­gen, die zwi­schen 3 und 4 Mil­lio­nen Yen (26’000 bis 34’000 Euro) ver­die­nen, ver­hei­ra­tet. Bei einem Ver­dienst unter der 3-Mil­lio­nen-Schwel­le haben nur knapp 10 Pro­zent bereits ihr Ja-Wort gegeben.

Geld macht sexy

Gera­de für Män­ner in den 30ern gilt: Je mehr sie ver­die­nen, des­to eher sind sie ver­hei­ra­tet. Gleich­zei­tig erhöht sich für einen Mann, der plötz­lich weni­ger ver­dient, die Gefahr einer Schei­dung, wie der Sozio­lo­ge Masa­hi­ro Yama­da in einer frü­he­ren Stu­die (Asi­en­spie­gel berich­te­te) fest­stel­len konn­te. «Ver­liert Mann sein Geld, so ver­liert er auch sei­ne Frau.»

Tat­säch­lich spie­len unter den Geschlech­tern bei der Wahl des Part­ners ganz unter­schied­li­che Kri­te­ri­en. Wäh­rend 46,6 Pro­zent der Män­ner das Aus­se­hen der Part­ne­rin als wich­tig erach­ten, schau­en 67,2 Pro­zent der Frau­en zuerst auf die wirt­schaft­li­che Potenz des Mannes.

Unver­hei­ra­te­te ohne Partner

Die Stu­die, bei der 10’000 Män­ner und Frau­en in ganz Japan befragt wur­den, hat noch einen wei­te­ren inter­es­san­ten Aspekt offen gelegt. Die meis­ten unver­hei­ra­te­ten Japa­ner haben nicht ein­mal einen Freund oder eine Freun­din. Gleich 63,7 Pro­zent der Unver­hei­ra­te­ten zwi­schen 20 und 40 Jah­ren sind gänz­lich ohne Partner.

Dies habe gemäss Yama­da nicht damit zu tun, dass die Sin­gles sich die­sen Zustand wün­schen son­dern weil sie schlicht­weg kei­nen Part­ner fin­den kön­nen. Bedingt durch die lan­gen beruf­li­chen Arbeits­zei­ten bie­te sich kaum die Gele­gen­heit jeman­den ken­nen­zu­ler­nen, sei eine viel ver­nom­me­ne Kla­ge von Alleinstehenden.

Schrump­fen­de Bevölkerung

Die Stu­die soll hel­fen, die Pro­ble­me der tie­fen Gebur­ten­ra­te zu erken­nen und ent­spre­chend poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Rich­tungs­kor­rek­tu­ren anzu­brin­gen. Setzt sich der Trend der altern­den Bevöl­ke­rung im aktu­el­len Tem­po fort, wird die japa­ni­sche Bevöl­ke­rung von aktu­ell 127 Mil­lio­nen Ein­woh­nern bis ins Jahr 2050 auf 95 Mil­lio­nen Ein­woh­ner schrump­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).