Unter­be­zahl­te Soldaten

flickr/​DVIDSHUBPre­mier Nao­to Kan mit einem Armee­an­ge­hö­ri­gen in Ishinomaki.

Pre­mier­mi­nis­ter Nao­to Kan ent­sand­te kurz nach der Kata­stro­phe vom 11. März rund 100’000 Sol­da­ten ins Kri­sen­ge­biet im Nord­os­ten Japans, wo sie bis heu­te ihre täg­li­che Arbeit ver­rich­ten. Sie räu­men die Trüm­mer weg, hel­fen die Infra­struk­tur wie­der auf­bau­en, heben Grä­ber aus, suchen in der Sperr­zo­ne nach Ver­miss­ten und hel­fen bei der Küh­lung der zer­stör­ten Reak­to­ren im AKW Fukushima.

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Die Kom­pen­sa­ti­ons­zah­lung für die­se psy­chisch und phy­sisch anfor­dern­de Kno­chen­ar­beit ist ver­gleichs­wei­se beschei­den, wie NHK News schreibt. Nach aktu­el­ler Rege­lung erhält ein Sol­dat bei einem Ein­satz in einem Natur­ka­ta­stro­phen-Gebiet 1620 Yen (28 Euro) Extra-Ver­gü­tung pro Tag. Für gefähr­li­che­re Ein­sät­ze kann die­ser Zusatz­lohn laut der Nach­rich­ten­agen­tur auf maxi­mal 3240 Yen (56 Euro) erhöht werden.

Bes­se­re Entlöhnung

Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um will die­se Rege­lung nun rück­wir­kend anpas­sen. Die maxi­ma­le Zusatz­zah­lung pro Tag soll für einen Sol­da­ten im Kri­sen­ge­biet dem­nach 42’000 Yen (360 Euro) betra­gen. Auf die­se Sum­me haben wohl die Sol­da­ten, die im hava­rier­ten Atom­kraft­werk ihren Dienst leis­ten. Zur­zeit sind es noch rund 300 Männer.

Für die Ein­hei­ten, die eben­falls in Schutz­an­zü­gen in der Sperr­zo­ne nach Ver­miss­ten suchen, wird noch rund 21’000 Yen (180 Euro) pro Tag abfal­len. Für die rest­li­chen Sol­da­ten wird der Extra-Sold immer­hin noch 4000 Yen (35 Euro) betragen.

Die neue Extra-Besol­dung von 42’000 Yen ist damit bedeu­tend höher als für die japa­ni­schen Trup­pen, die 2004 bis 2006 ihren Dienst im Irak leis­te­ten. Damals bekam jeder Sol­dat zusätz­lich zu sei­nem regu­lä­ren Lohn einen Tages­ver­gü­tung von 24’000 Yen (206 Euro).

Trup­pen­re­duk­ti­on in Planung

Rund zwei Mona­te nach der Kata­stro­phe sind noch immer 106’000 Sol­da­ten an der Arbeit. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Toshi­mi Kita­za­wa hat gemäss der Nik­kei Shim­bun ange­kün­digt, die ein­ge­setz­ten Trup­pen noch innert Monats­frist auf rund 60’000 Mann zu reduzieren.

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