Aus­zug: ANN NewsIm Atom­kraft­werk gefan­gen: Ein Bild der ver­irr­ten Quallen.

Ein Qual­len­schwarm hat­te letz­te Woche einen wich­ti­gen Was­ser­zu­fluss fürs Kühl­sys­tem des Reak­tors 2 im Atom­kraft­werk Shi­ma­ne im Wes­ten des Lan­des ver­stopft. 2 von 12 Vor­rich­tun­gen, wel­che das Meer­was­ser fürs Kühl­sys­tem fil­tern, stell­ten in der Fol­ge ihren Betrieb auto­ma­tisch ab. Die Pro­duk­ti­ons­leis­tung sack­te um 5000 Kilo­watt ab, was etwa 5 Pro­zent der Gesamt­leis­tung entspricht.

Einen Tag spä­ter gelang es den Ver­ant­wort­li­chen, die Qual­le zu ent­fer­nen. Betrei­ber Chu­go­ku Elec­tric Power beton­te, dass zu kei­nem Zeit­punkt eine Gefahr für die Umwelt bestan­den habe. Es sei auch kei­ne radio­ak­ti­ve Strah­lung ausgetreten.

Den­noch kommt der Vor­fall zu einem äus­serst ungüns­ti­gen Zeit­punkt. Durch die Som­mer­hit­ze ope­rie­ren die japa­ni­schen Strom­pro­du­zen­ten an ihrer Leis­tungs­gren­ze. Nach dem Tsu­na­mi und dem AKW-Vor­fall von Fuku­shi­ma sind zur­zeit nur gera­de 19 der 54 japa­ni­schen Reak­to­ren in Betrieb. Zahl­rei­che Unter­neh­men haben strom­spa­ren­de Mass­nah­men ergriffen.

Kein Ein­zel­fall

Qual­len, die wich­ti­ge Roh­re von Atom­kraft­wer­ken ver­stop­fen, sind in Japan kei­ne Ein­zel­fäl­le. Das betrof­fe­ne Atom­kraft­werk Shi­ma­ne, das über 3 Reak­to­ren ver­fügt, berich­te­te bereits 1997 und 2004 von Pro­ble­men wegen Quallen.

Auch im mitt­ler­wei­le still­ge­leg­ten Atom­kraft­werk Hamao­ka (Asi­en­spie­gel berich­te­te), sowie in den Kern­kraft­wer­ken Taka­ha­ma und Kashia­wa­za­ki-Kari­wa kam es bereits zu ähn­li­chen Vorfällen.

Die Qual­len­pla­ge

In den letz­ten Jah­ren haben die Qual­len­schwär­me rund um Japan mas­siv zuge­nom­men (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Vor allem für die Fische­rei ent­ste­hen dadurch jähr­li­che Schä­den von bis zu 30 Mil­li­ar­den Yen (260 Mio. Euro).