Gif­ti­ges Sportgetränk

flickr/​小狼Ein Geträn­ke­re­gal in einem tai­wa­ni­schen Supermarkt.

Vie­len Tai­wa­nern ist der Milch­pul­ver­skan­dal in Fest­land­chi­na vor 3 Jah­ren noch gut in Erin­ne­rung. Nun hat Tai­wan sei­nen eige­nen Nah­rungs­mit­tel­skan­dal: Eine Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­rin fand bei einer Rou­ti­ne­un­ter­su­chung die in Nah­rungs­mit­teln ver­bo­te­ne Sub­stanz DEHP in Geträn­ken vor, berich­tet die tai­wa­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur CNA. Tau­sen­de von Nah­rungs­mit­teln muss­ten dar­auf­hin von den Ver­kaufs­re­ga­len ent­fernt werden.

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DEHP ist ein Weich­ma­cher, der nor­ma­ler­wei­se in der Her­stel­lung von Plas­tik ver­wen­det wird, um Pro­duk­te fle­xi­bler und robus­ter zu machen. So ist die Che­mi­ka­lie zum Bei­spiel auch in Leucht­stä­ben zu fin­den. In den tai­wa­ni­schen Geträn­ken wur­de DEHP und wei­te­re Weich­ma­cher jedoch als Ersatz für das teu­re­re Palm­öl verwendet.

Erhöh­tes Risi­ko von Unfruchtbarkeit

Zwar haben Weich­ma­cher kei­ne unmit­tel­ba­re nega­ti­ve Aus­wir­kung auf die Gesund­heit, sie kön­nen aber bei regel­mäs­si­ger Ein­nah­me lang­fris­tig Krebs ver­ur­sa­chen und das Hor­mon­sys­tem stö­ren. Gemäss Exper­ten sind Kin­der zudem einem viel­fach höhe­ren gesund­heit­li­chen Risi­ko aus­ge­setzt als Erwach­se­ne. Täg­li­cher Kon­sum hoher Dosen des Weich­ma­chers kön­ne bei Jun­gen zu schrump­fen­den Geni­ta­li­en und Unfrucht­bar­keit im Erwach­se­nen­al­ter füh­ren, so For­scher des tai­wa­ni­schen Natio­nal Medi­cal Rese­arch Cen­ter.

Die Aus­sa­gen des For­schungs­zen­trums wer­den seit­her breit in Tai­wans Medi­en dis­ku­tiert. Der Nach­rich­ten­sen­der TVBS zeig­te besorg­te Eltern, die in Kran­ken­häu­sern ihre Kin­der einem Gesund­heits­check unter­zie­hen lies­sen. Die Nach­rich­ten­agen­tur CNA berich­te­te, dass ver­gan­ge­ne Woche in Hyper­märk­ten bis zu 20 Pro­zent weni­ger Geträn­ke ver­kauft wur­den. In den klei­ne­ren 24-Stun­den Läden sei­en Absät­ze von Sport­ge­trän­ken und Säf­ten um 10 Pro­zent zurückgegangen.

Hohe Haft­stra­fen angedroht

Der­weil ver­folg­ten die Unter­su­chungs­be­hör­den die Weich­ma­cher-Spur zurück auf zwei Her­stel­ler. Drei Ver­däch­ti­ge, ein­schlies­silch der Besit­zer einer der Fabri­ken wur­den von der Poli­zei fest­ge­nom­men. Von den Lie­fe­run­gen betrof­fen sind jedoch über 240 Nah­rungs­mit­tel-Zulie­fe­rer in ganz Taiwan.

Sport­ge­trän­ke, Obst­säf­te, Tee, Sirup, Gelee und Pul­ver­ta­blet­ten dür­fen seit Ende Monat nur noch ver­kauft wer­den, wenn die Super­märk­te bewei­sen kön­nen, dass sich in ihren Pro­duk­ten kei­ne ille­ga­len Weich­ma­cher befinden.Taiwans Par­la­ment hat zudem eine Geset­zes­än­de­rung ver­ab­schie­det, nach der die maxi­ma­le Geld­stra­fe für die Ver­wen­dung von ille­ga­len Zusatz­stof­fen auf 10 Mil­lio­nen Tai­wan Dol­lar (rund 240’000 Euro) ange­ho­ben wird. Täter müs­sen zudem mit Gefäng­nis­stra­fen von bis zu fünf Jah­ren rechnen.

Smart­pho­ne-App soll ver­un­rei­nig­te Pro­duk­te aufspühren

Ein tai­wa­ni­sches IT-Unter­neh­men hat inzwi­schen eine Smart­pho­ne-App ent­wi­ckelt, die den Kon­su­men­ten sagen soll, ob ein bestimm­tes Pro­dukt durch ille­ga­le Zusatz­stof­fe ver­un­rei­nigt ist. Die chi­ne­sisch­spra­chi­ge Zei­tung The Liber­ty Times berich­te­te über die neue Andro­id-App namens Schwar­zes-Herz-Lebens­mit­tel- Detek­tor. Mit­tels Han­dy-Kame­ra liest die App den Strich­code ein und teilt dem Kon­su­men­ten mit, ob sich das geprüf­te Pro­dukt auf der schwar­zen Lis­te befindet.

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