Strom­spa­ren­de Frisuren

flickr/​Car­los­Van­Ve­gasDefi­ni­tiv kei­ne ener­gie­freund­li­che Fri­sur für den Som­mer 2011.

Der dies­jäh­ri­ge japa­ni­sche Som­mer treibt son­der­ba­re Blü­ten. Durch die Strom­spar­mass­nah­men infol­ge der AKW-Kata­stro­phe von Fuku­shi­ma lau­fen die Kli­ma­an­la­gen nur redu­ziert oder nicht unter 28 Grad. Die Fol­ge ist eine Super­cool­biz-Kam­pa­gne. Tokio­ter Sala­ry­men tra­gen plötz­lich locker leich­te Kariyu­shi-Hem­den, eine Ver­si­on des Hawaii­hemds aus Oki­na­wa, und die Unter­neh­men füh­ren eigen­hän­dig die Som­mer­zeit ein (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Die Bau­fir­ma Maeda Cor­po­ra­ti­on geht laut der Asahi Shim­bun noch einen Schritt wei­ter. Ihren 40 Pro­zent Mit­ar­bei­tern, die bei der Arbeit aus Sicher­heits­grün­den einen Helm tra­gen müs­sen, emp­fiehlt sie einen Strom­spar-Haar­schnitt. Die Mit­ar­bei­ter sol­len nach dem Abneh­men des Helms ihre platt­ge­drück­te Fri­sur ganz ohne Waschen und ohne Föhn wie­der in Posi­ti­on brin­gen, ist die Hoff­nung des Unternehmens.

In Zusam­men­ar­beit mit einem Hairsty­lis­ten aus dem schi­cken Tokio­ter Vier­tel Omo­te­san­do hat Maeda Cor­po­ra­ti­on die per­fek­te Helm­fri­sur für den Mann und die Frau gefun­den. Dem­nach soll sich der Mann auf der Sei­te einen Kurz­schnitt machen las­sen, wäh­rend das Haar am Ober­kopf ruhig ein paar Zen­ti­me­ter abste­hen darf. Der Frau wird der­weil eine Topf­fri­sur emp­foh­len. In bei­den Fäl­len rei­chen nach dem Helm­tra­gen ein paar kor­ri­gie­ren­de Ein­grif­fe mit der Hand aus, um die modi­sche Fri­sur wiederherzustellen.

Nach der Hit­ze die Kälte

Geht es nach der Mode­bran­che soll die Strom­spar-Krea­ti­vi­tät auch nach dem Som­mer anhal­ten. So berei­tet sich die japa­ni­sche Klei­der­in­dus­trie bereits auf den noch weit ent­fern­ten Win­ter vor. Denn auch in der kal­ten Jah­res­zeit wer­den die Japa­ner ihren Ener­gie­ver­brauch dros­seln müs­sen. In Anleh­nung an die Cool­biz-Kam­pa­gne spricht die Bran­che bereits von der Warm­biz-Kam­pa­gne. Anstatt strom­fres­sen­de Heiz­kör­per zu benut­zen, sol­len die Japa­ner im kal­ten Win­ter spe­zi­ell war­me Klei­dung tragen.

Die Klei­der­la­den­ket­te Uni­q­lo ver­kauft bereits seit Ende Juli, drei Wochen frü­her als letz­tes Jahr, ihre Heat­tech-Klei­der­li­nie – eine Eigen­ent­wick­lung, deren Stoff den Kör­per spe­zi­ell warm hal­ten soll, schnell trock­net und den Schweiss­ge­ruch mini­miert. Funk­tio­na­le Unter­wä­sche nennt sich dies. Selbst gegen die klir­ren­de Käl­te kli­ma­ti­sier­ter Räu­me wird Heat­tech inzwi­schen empfohlen.

Ande­re zie­hen nach

Auch Klei­der­kon­kur­rent Shi­ma­mu­ra (Asi­en­spie­gel berich­te­te) hat den Trend nicht ver­schla­fen. Hier heisst die Eigen­ent­wick­lung für die kal­ten Tage Fiber­heat. In Hok­kai­do steht die­se Klei­der­li­nie bereits zum Ver­kauf. Gemäss der Asahi Shim­bun hat Shi­ma­mu­ra allei­ne letz­tes Jahr 30 Mil­lio­nen Stück davon ver­kauft. Für den Strom­spar­win­ter wird noch ein­mal mit einem Anstieg gerech­net. Das Kauf­haus Ito-Yoka­do ist eben­falls auf den Zug auf­ge­sprun­gen, und ver­kauft gleich 112 ver­schie­de­ne Klei­dungs­stü­cke für die klir­ren­de Käl­te. All­ge­mein wird erwar­tet, dass die Warm­biz-Kam­pa­gne ein noch ein­träg­li­che­res Geschäft wird, da die Ein­zel­prei­se höher lie­gen als bei der Sommerbekleidung.

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