flickr/​tamakisonoIn einem Super­markt in Japan.

Plötz­lich hat es die Regie­rung in Tokio eilig. Am 19. Juli ver­häng­te sie ein Ver­kaufs­ver­bot von Rind­fleisch aus der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma. Weni­ge Tage spä­ter wur­de die Ver­ord­nung auf die Nach­bar­prä­fek­tur Miya­gi, und am Sonn­tag auf Iwa­te aus­ge­wei­tet. In allen drei Regio­nen wur­de Rind­fleisch mit weit erhöh­ten Cäsi­um­wer­ten entdeckt.

Die betrof­fe­nen Rin­der hat­ten ver­strahl­tes Reis­stroh gefres­sen, das nach AKW-Kata­stro­phe im Frei­en gela­gert wur­de. Die Regie­rung in Tokio rech­net inzwi­schen, dass fast 3000 Rin­der aus der Regi­on in den letz­ten 4 Mona­ten damit durch­ge­füt­tert wur­den. Ein Gross­teil des Flei­sches lan­de­te in den Super­märk­ten meh­re­rer Präfekturen.

Erst Mit­te Juli ent­deck­te ein Schlacht­haus in Tokio die erhöh­ten Strah­len­wer­te von Rind­fleisch aus der Stadt Mina­m­i­so­ma, die nur 30 Kilo­me­ter vom hava­rier­ten AKW ent­fernt liegt. Bis dahin unter­la­gen weder Reis­stroh noch Rind­fleisch aus Fuku­shi­ma einem Ver­kaufs­ver­bot, im Gegen­satz zu Spi­nat, Pil­ze, Tee, Milch oder Flussfischen.

Super­markt führt Kon­trol­len ein

Seit­her geht unter den Kon­su­men­ten die Angst um. Plötz­lich wird das sonst so begehr­te japa­ni­sche Rind­fleisch gemie­den, die Umsät­ze sind regel­recht ein­ge­bro­chen. Die Super­markt­ket­te Aeon hat aus die­sem Grund unab­hän­gi­ge Kon­trol­len ihres gesam­ten Rind­fleisch­be­stan­des ange­kün­digt. Über Aeon soll rund 4000 Kilo­gramm des mut­mass­lich ver­seuch­ten Rind­fleischs in den Ver­kauf gelangt sein.

Ver­schie­de­ne Prä­fek­tur­re­gie­run­gen ver­su­chen eben­falls mit aus­ge­dehn­ten Kon­trol­len des Vieh­be­stands das Ver­trau­en wie­der­her­zu­stel­len. Die Regie­rung in Tokio betont der­weil, dass beim Kon­sum von belas­te­tem Fleisch kei­ne unmit­tel­ba­re Gesund­heits­ge­fahr bestehe. Die Beteue­run­gen schei­nen bis jetzt wenig Wir­kung gezeigt zu haben.