Foto: Wiki­me­dia Com­monsF-16 auf Songs­han Mili­tär­flug­ha­fen in Taipeh

Die USA haben sich bereit erklärt, Tai­wans F-16-A/B-Kampf­jets auf­zu­rüs­ten. Wäh­rend Peking ver­är­gert den US-Bot­schaf­ter ein­be­stell­te, freut man sich in Tai­wan über die Zusa­ge der USA. Tai­wans Prä­si­dent zeig­te sich dank­bar, den­noch hat er eigent­lich auf mehr gehofft.

Prä­si­dent Ma Ying-jeou sag­te nach der Bekannt­ga­be, er sei Washing­ton dank­bar, dass es bereit sei, die tai­wa­ni­schen Kampf­jets auf­zu­rüs­ten, berich­te­te die tai­wa­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur CNA. Als sou­ve­rä­ne Nati­on, so Ma, müs­se man fähig sein, sich zu verteidigen.

Prä­si­dent Ma Ying-jeou rühmt sich für Rüstungseinkauf

Ma sag­te, er habe mehr Geld für Rüs­tungs­käu­fe aus­ge­ben, als sei­ne bei­den Vor­gän­ger. In sei­ner bis­he­ri­gen Regie­rungs­zeit kom­me er auf fast 18 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Die Auf­rüs­tung der F-16 Flug­zeu­ge kos­tet Tai­wan 5,58 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, berich­tet die chi­ne­sisch-spra­chi­ge Tages­zei­tung United Dai­ly News. Unter ande­rem wer­den die Flug­zeu­ge mit neu­em Radar- und Waf­fen­sys­tem aus­ge­rüs­tet; im Preis ent­hal­ten sind auch Pilo­ten­aus­bil­dung und Ersatzteile.

Ma wird von der Oppo­si­ti­on vor­ge­wor­fen, dass wegen sei­ner chi­n­a­freund­li­che­ren Poli­tik, Tai­wan zu kurz kom­me. Seit Mas Amts­an­tritt sind sich die bei­den Sei­ten der Tai­wan­stras­se näher gekom­men. So dür­fen chi­ne­si­sche Tou­ris­ten die Insel berei­sen, es gibt unter ande­rem direk­te Lini­en­flü­ge und ein Handelsrahmensabkommen.

Mili­tä­ri­sches Ungleich­ge­wicht zu Chi­nas Gunsten

Den­noch hat Peking, das Tai­wan nach wie vor als abtrün­ni­ge Pro­vinz sieht, über 1000 Rake­ten auf die Insel gerich­tet. In einem Bericht des US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums vom August, heisst es, dass das mili­tä­ri­sche Ungleich­ge­wicht immer mehr zu Guns­ten Chi­nas ausfalle.

Obwohl die USA Tai­wan nicht diplo­ma­tisch aner­ken­nen, haben sie sich im Tai­wan Rela­ti­ons Act ver­pflich­tet, Tai­wan bei sei­ner Selbst­ver­tei­di­gung zu unter­stütz­ten. Chi­na sei­ner­seits hat sich den Ein­satz von Gewalt aus­drück­lich vor­be­hal­ten, falls Tai­wan lang­fris­tig nicht zu einer Ver­ei­ni­gung bereit ist.

Tai­wan hat auf neue Kampf­jets gehofft

Eigent­lich woll­te Tai­wans Regie­rung die moder­nen Kampf­jets des Typs F-16 C/D von den USA kau­fen. Auch US-Abge­ord­ne­te unter­stütz­ten Tai­wans Vor­ha­ben und rie­fen ihre Regie­rung dazu auf, Tai­wan die 66 Kampf­flug­zeu­ge zu verkaufen.

Soweit woll­te man in Oba­mas Regie­rung dann doch nicht gehen, und ver­zich­tet vor­erst auf eine Ein­wil­li­gung. Statt­des­sen rüs­tet man die tai­wa­ni­sche Flot­te der 145 älte­ren F-16 A/B Flug­zeu­ge auf. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Kao Hua-chu sag­te gegen­über den tai­wa­ni­schen Medi­en, die auf­ge­rüs­te­ten F-16 A/B Jets hät­ten etwa 80 Pro­zent der Leis­tung der neue­ren F-16 C/D-Flug­zeu­ge.

Ruf nach guten Beziehungen

Der frü­he­re Vize­chef der tai­wa­ni­schen Luft­waf­fe, Lee Kui-fa sag­te im Inter­view mit Radio Tai­wan Inter­na­tio­nal, dass sich der Kauf für Tai­wan ohne­hin nicht loh­ne, und Fest­land­chi­na nur unnö­tig ver­är­gert wür­de. Wenn man dau­er­haf­ten Frie­den wün­sche, sei­en gute Bezie­hun­gen zwi­schen Washing­ton, Peking und Tai­peh viel wichtiger.