flickr/​ivanyuCoo­le Glä­ser genü­gen nicht: Ein chi­ne­si­scher Herr in Lanzhou.

Die USA haben sie und auch Japan hat sie: Die Kraft, allei­ne mit der Attrak­ti­vi­tät der eige­nen Kul­tur, Ide­en oder Insti­tu­tio­nen, über die eige­nen Gren­zen hin­aus Ein­fluss aus­zu­üben. Der US-Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Joseph Nye nennt die­se Stär­ke Soft­power, die im Gegen­satz zur Hard­power, wie dem Mili­tär oder der Wirt­schafts­macht, steht.

Die USA haben es mit der Musik, Hol­ly­wood oder dem Ame­ri­ka­ni­schen Traum geschafft. Japan tut es mit Man­ga, Karao­ke oder Mode (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Damit beein­flus­sen die bei­den Län­der nicht nur gan­ze Gene­ra­tio­nen von Men­schen auf allen Kon­ti­nen­ten, son­dern schaf­fen neben­bei auch einen bedeu­ten­den Wirt­schafts­zweig für die eige­ne Volks­wirt­schaft. In Japan sind es gar die ein­zi­gen Bran­chen die über 3 Jahr­zehn­te hin­weg kon­stan­te Wachs­tums­zah­len auf­wei­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Uncoo­les China?

Doch wie cool ist eigent­lich Chi­na? Geht es nach dem chi­ne­si­schen Action­star Jet Li, fehlt es dem Reich der Mit­te kom­plett an Soft­power. Chi­na sei zwar eine rie­si­ge Wirt­schafts­macht, habe aber im Gegen­satz zu den USA, Japan oder auch Süd­ko­rea wenig kul­tu­rel­len Ein­fluss in die­ser Welt, sag­te Li gemäss dem Wall Street Jour­nal an einem Wirt­schafts­tref­fen in Hang­zhou. Chi­na als krea­tiv­lo­se Weltmacht?

Die ältes­te Kul­tur­na­ti­on der Welt ist zwar vol­ler Errun­gen­schaft, doch mache vie­les davon einen etwas ver­staub­ten Ein­druck. Li nennt als Bei­spiel Tai-Chi, das chi­ne­si­sche Schat­ten­bo­xen, das jeweils in den Mor­gen­stun­den von Mil­lio­nen, zumeist älte­ren Chi­ne­sen prak­ti­ziert wird. Mit einer Tai-Chi-Schu­le will Jet Li die­se medi­ta­ti­ve Kampf­kunst wie­der cool machen. Hil­fe erhält Li dabei von Jack Ma, Kon­zern­chef des Inter­net­kon­zerns Alibaba.

Ange­sag­ter Kul­tur­ex­port gesucht

Der chi­ne­si­sche Schau­spie­ler will damit einen ange­sag­ten Kul­tur­ex­port für sein Land schaf­fen. Es wäre scha­de, wenn Chi­na unfä­hig wäre, einen sol­chen Bei­trag für die Welt leis­ten zu kön­nen. Chi­nas Kin­der sol­len stolz auf ihr kul­tu­rel­les Erbe sein. Und wer weiss, viel­leicht wird die Welt eines Tages nicht mehr die Mili­tär- und Wirt­schafts­ge­fahr, son­dern allei­ne die Vor­zü­ge von Cool Chi­na hervorheben.

Was ist Ihre Mei­nung? Hat Chi­na tat­säch­lich kei­ne Soft­power? Oder wo ist Chi­na cool? Machen Sie bei unse­rer Umfra­ge auf Face­book mit oder schrei­ben Sie Ihre Mei­nung in die Kommentarspalte.