Aus­zug: News930Dora­e­mon-Erfin­der Hiro­shi Fuji­mo­to in einem Video im Muse­um von Kawasaki.

Wie kein ande­res Land ver­ehrt Japan sei­ne Comic-Künst­ler. Das renom­mier­te Tokyo Natio­nal Muse­um wid­me­te dem Schaf­fen von Osa­mu Tezu­ka, dem Erfin­der von Astro Boy, eine Aus­stel­lung (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Auch das Werk von Ani­me-Legen­de Hayao Miya­za­kis Stu­dio Ghi­b­li fand Ein­gang in ein eige­nes Muse­um. Und nun hat es auch der Erschaf­fer der legen­dä­ren blau­en Robo­ter­kat­ze Dora­e­mon zu höchs­ten Ehren geschafft: In der Stadt Kawa­sa­ki ist am 3. Sep­tem­ber das Fuji­ko F. Fujio Muse­um eröff­net worden.

1969 erschuf Hiro­shi Fuji­mo­to zusam­men mit Motoo Abi­ko unter dem gemein­sa­men Pseud­onym Fuji­ko Fujio die Man­ga-Geschich­te um Dora­e­mon, der blau­en Robo­ter­kat­ze, die aus dem 22. Jahr­hun­dert in die Gegen­wart reist, um dem toll­pat­schi­gen Schul­jun­gen Nobita Nobi zur Sei­te zu ste­hen. Im Janu­ar 1970 hat­te Dora­me­on in ver­schie­de­nen Kin­der­ma­ga­zi­nen sei­ne Premiere.

Die humor­vol­le Man­ga-Geschich­te um die blaue Robo­ter­kat­ze wur­de je nach Ziel­grup­pe ange­passt. Es war der Anfang einer unver­gleich­li­chen Erfolgs­ge­schich­te, die in die Nach­bar­län­der expor­tiert wur­de. Dora­e­mon wur­de zum Mickey Mou­se von Asien.

Die Prot­ago­nis­ten der Man­ga-Serie Doraemon.

Fuji­mo­tos 50’000 Skizzen

1987 trenn­ten sich die Wege der bei­den Künst­ler. Hiro­shi Fuji­mo­to setz­te schliess­lich als Fuji­ko F. Fujio die Serie bis zu sei­nem Tod 1996 fort. Ein­zig die Ani­me-Umset­zung wird von sei­nem Stu­dio Fuji­ko Pro bis heu­te wei­ter­ge­führt. Fuji­mo­to starb im Alter von 62 Jah­ren an einem Leber­ver­sa­gen. Man soll ihn an sei­nem Arbeits­tisch tot auf­ge­fun­den haben, wo er gera­de an einer neu­en Dora­e­mon-Aus­ga­be arbeitete.

Der Man­ga-Künst­ler hin­ter­liess ein Werk von 50’000 Ori­gi­nal­skiz­zen. Für die Fami­lie stell­te sich als­bald die Fra­ge nach der Ver­wal­tung und Archi­vie­rung des wert­vol­len Nach­las­ses. «Eine Wei­le nach Fuji­mo­tos Tod mach­te sei­ne Wit­we den Vor­schlag ein Muse­um zu grün­den», erklärt der heu­ti­ge Muse­ums­di­rek­tor Zens­ho Ito, der zugleich auch Prä­si­dent von Stu­dio Fuji­ko Pro ist, gegen­über der Japan Times. In Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Kawa­sa­ki, die das Grund­stück zur Ver­fü­gung stell­te, ent­stand nach Jah­ren der Pla­nung schliess­lich das Fuji­ko F. Fujio Muse­um.

Nach­ge­bil­de­tes Arbeitszimmer

Zu sehen ist in Kawa­sa­ki eine spie­le­ri­sche Unter­hal­tungs­welt für Kin­der gepaart mit ruhig gestal­te­ten Räu­men für die Ori­gi­nal­skiz­zen von Fuji­mo­to. Denn nach 40 Jah­ren hat Dora­e­mon auch vie­le erwach­se­ne Anhän­ger. Alle paar Mona­te wer­den hier neue Aus­stel­lun­gen mit einer Aus­wahl der 50’000 Skiz­zen des Künst­lers organisiert.

Aus­ser­dem bie­tet das Fuji­ko F. Fujio Muse­um ein klei­nes Kino und eine Nach­bil­dung von Fuji­mo­tos Arbeits­zim­mer mit sei­ner rie­si­gen Bücher­samm­lung. «Wir woll­ten einen Raum schaf­fen, in dem man nach­emp­fin­den kann, wie die gross­ar­ti­gen Wer­ke in Fuji­mo­tos Kopf ent­stan­den», erklärt Muse­ums­di­rek­tor Ito dem Sen­der News930.

Limi­tier­ter Einlass

Nach dem Vor­bild des Ghi­b­li-Muse­ums wol­len die Ver­ant­wort­li­chen die Zuschau­er­zahl in den Aus­stel­lungs­räu­men auf maxi­mal 500 Per­so­nen limi­tie­ren. 4 Ein­läs­se soll es pro Tag geben. Die Tickets müs­sen daher im Vor­ver­kauf bestellt werden.