«Sayo­na­ra Atomkraft!»

Gegen die Atom­kraft: 60’000 Men­schen ver­sam­mel­ten sich am 19. Sep­tem­ber im Mei­ji Park. Aus­zug: TBS News

«Der rie­si­ge Andrang deu­tet dar­auf hin, dass die Kri­se den gewöhn­lich pas­si­ven Geist der Nati­on end­lich auf­ge­rüt­telt hat», schrieb die Japan Times über die bis­lang gröss­te Pro­test­ver­an­stal­tung gegen die Atomkraft.

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Am Mon­tag, es war ein Fei­er­tag in Japan, ver­sam­mel­ten sich 60’000 fried­lich demons­trie­ren­de Men­schen im Tokio­ter Mei­ji Park. Das-Sayo­na­ra- Atom­kraft-Tref­fen nann­ten sie ihre Pro­test­ver­samm­lung, die spä­ter als fried­li­cher Umzug durch die Vier­tel Aoy­a­ma und Omo­te­san­do führ­te. «Wir brau­chen kei­ne Atom­kraft!», «Tep­co soll Ent­schä­di­gun­gen zah­len» hiess es auf Plakaten.

Aus der klei­nen Ansamm­lung von Atom­ak­ti­vis­ten, wel­che ihre ers­ten Pro­test­ver­an­stal­tun­gen im Tokio­ter Vier­tel Koen­ji gestar­tet hat­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te) ist eine wah­re Bewe­gung ent­stan­den. Und sie bekommt immer pro­mi­nen­te­re Unter­stüt­zung. Ken­zabu­ro Oe, der japa­ni­sche Nobel­preis­trä­ger für Lite­ra­tur, Kom­po­nist Ryui­chi Saka­mo­to, Schau­spie­ler Taro Yama­mo­to und auch die Schrift­stel­le­rin Kei­ko Ochiai waren anwesend.

Die Wor­te von Ken­zabu­ro Oe

«Die Atom­kraft geht ein­her mit Ver­wüs­tung und Opfern», zitiert die Asahi Shim­bun die Rede von Ken­zabu­ro Oe im Mei­ji Park. «Es ist eine Not­wen­dig­keit, dass wir den Ent­schei­dungs­trä­gern der poli­ti­schen Par­tei­en und den Wirt­schafts­ver­bän­den klar machen, dass wir gegen die Atom­kraft unse­ren Wider­stand leisten.»

Der Nobel­preis­trä­ger erwähn­te wei­ter, dass sich Ita­li­en in einem Refe­ren­dum gegen den Bau von Atom­kraft­wer­ken gewandt hat­te. Der­weil gäbe es in Japan immer noch Kräf­te, wel­che die Atom­kraft­wer­ke wei­ter betrei­ben wollen.

Die Opfer von Fukushima

Unter den Demons­tran­ten war auch Rui­ko Muto von einer Bür­ger­be­we­gung aus Fuku­shi­ma, die gegen die Nukle­ar­ener­gie kämpft. Sie selbst bezeich­net sich als Hiba­ku­sha, als Atom­bom­ben­op­fer, ein Begriff der für die Opfer von Hiro­shi­ma und Naga­sa­ki ver­wen­det wird (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

«Die Regie­rung tut nichts, um die Bevöl­ke­rung zu schüt­zen. Der Fuku­shi­ma-Unfall ist noch nicht zu Ende», beklag­te sie sich. Die Men­schen in der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma müss­ten mit einer Kata­stro­phe leben, die jede noch so all­täg­li­che Ent­schei­dung beein­flus­se. Fra­gen wie «Flüch­ten oder nicht flüch­ten? Essen oder nicht essen?» wür­den sich die Bewoh­ner seit dem 11. März jeden Tag stel­len. Es sei daher an jedem Ein­zel­nen in Japan, eine Ver­än­de­rung der heu­ti­gen Atom­po­li­tik herbeizuführen.

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