Der mit Luxus geseg­ne­te Musiker

Puma Mimi ist die Sän­ge­rin der japa­nisch-schwei­ze­ri­schen Elek­tro­pop-Band Tim & Puma Mimi. Für Asi­en­spie­gel schreibt sie über japa­ni­sche Bands, Events und Kunst. Puma Mimi führt uns in eine Kul­tur Japans, die jung und ange­sagt und in Euro­pa kaum bekannt ist.

Der rau­chen­de Musik­po­et: Damo Suzuki.

Vor zwei Wochen schau­te ich mir in der Zür­cher Bosch­bar die psy­che­de­li­sche Blues­band Fai Baba mit dem japa­ni­schen Sän­ger Damo Suzu­ki an. Mit dem Damo Suzu­ki Net­work Pro­ject bereist er die Welt, um mit Musi­kern aller Stil­rich­tun­gen zu jam­men. Auch Fai Baba kann­te der Japa­ner bis zu jenem Kon­zert nicht. Und den­noch ver­schmelz­ten der Bass, die Gitar­re und die Drums kraft­voll mit Damos Stim­me. Die Zuhö­rer lieb­ten es.

Nach dem Kon­zert hat­te ich die Mög­lich­keit, mich mit Damo zu unter­hal­ten. Ich sprach ihn auf sei­ne musi­ka­li­sche Welt­rei­se an. «DASS ICH DAS MACHEN KANN, IST WIRK­LICH LUXUS. Ja, ein Luxus, ein Luxus», mein­te er den Schweiss von der Stirn wischend. Die Ant­wort hat­te mich so beein­druckt, dass ich mehr von sei­ner luxu­riö­sen Lebens­art wis­sen wollte.

EIN PRO­JEKT GEGEN GEWALT

In über 40 Län­dern war der Japa­ner mit dem Damo Suzu­ki Net­work Pro­ject auf Tour. Damo Suzu­ki hat mit allen Facet­ten der Musik Erfah­rung gemacht, von rocki­gen Bands bis zu Streich­quar­tet­ten. Mit über 3000 Sound­kar­rie­ris­ten (so nennt Damo respekt­voll die Musi­ker) hat er zusam­men gespielt.

1997 star­te­te Damo Suzu­ki sein Net­work Pro­ject, 2003 nahm es schliess­lich die heu­ti­ge Form an. Er war damals gera­de mit dem Flug­zeug von San Fran­cis­co nach New York geflo­gen, als er am Fern­se­hen im Flug­ha­fen J.F.K. von der US-Inva­si­on in den Irak ver­nahm. DASS EIN SOL­CHER KRIEG ENT­STE­HEN KONN­TE, LAG FÜR DAMO AN DER MAN­GELN­DEN KOM­MU­NI­KA­TI­ON DIE­SER WELT. Mit der Ener­gie der Musik, als eine Form der Kom­mu­ni­ka­ti­on, woll­te er der Gewalt ent­ge­gen­tre­ten. Dafür bereis­te er alle mög­li­chen Ecken der Welt.

«Ich habe mit loka­len Sound­kar­rie­ris­ten und deren Musik eine gemein­sa­me Ener­gie erzeugt», beschreibt er in sei­nem eigen­wil­li­gen Voka­bu­lar sei­ne Erfah­rung. Ein Ende wird sein Net­work Pro­jekt nicht haben. «Das wird hof­fent­lich von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on fortgeführt.»

SPON­TAN GEHT ÜBER ALLES

Zwar hat Damo sein Pro­jekt mit einer ent­schie­de­nen Absicht gegrün­det, nach einer detail­lier­ten Bot­schaft sucht man jedoch ver­geb­lich. «Was ich mir dabei über­le­ge, ver­ste­he ich sehr wohl, eine spe­zi­el­le Unter­stüt­zung dafür brau­che ich aber nicht. Es soll alles spon­tan ablau­fen», sagt er. So über­lässt er bei­spiels­wei­se die Wahl der Bands, mit denen er zusam­men­spielt, sei­nen Agen­tu­ren. Der Rest nimmt sei­nen eige­nen Weg.

DER EXZEN­TRI­SCHE MUSI­KER MAG ES NICHT, WENN SICH ALLES NACH DEN VOCALS RICH­TET. Aus die­sem Grund singt er in einer eigen­tüm­li­chen Spra­che, die für nie­man­den ver­ständ­lich ist. Die Inter­ak­ti­on mit dem Publi­kum ist ihm wich­tig. «Ich will, dass sich der Zuhö­rer sei­ne eige­ne Geschich­te dar­aus macht.» Damo ord­net der Krea­ti­vi­tät alles unter. Eine Pro­be gibt es bei ihm nicht.

«Instant Com­po­sing», nennt Damo die­se Vor­ge­hens­wei­se. Für ihn ist Musik weder Ergeb­nis noch Ant­wort, viel­mehr ist sie Erfah­rung. «Im Grun­de genom­men ist es wie Sport. Wenn man das Ergeb­nis schon im vorn­her­ein wüss­te, wür­de man bestimmt nicht hingehen.»

Foto: damo​suzu​ki​.com, 08/10/2011, Bar­rei­roDamo Suzu­ki in Aktion.

REI­SEN IST SEI­NE HEIMAT

Damo, der schon in jun­gen Jah­ren und bis heu­te ein Noma­den­le­ben führ­te und heu­te in der Welt her­um­wan­dert scheint über­all zu Hau­se zu sein. «Ich habe schon eini­ges erlebt. Fil­me oder Fern­se­hen brau­che ich nicht. Dort wo ich hin­ge­he, das ist mei­ne Show. Manch­mal den­ke ich, dass die Rei­se mei­ne Hei­mat ist.»

Wann er sich denn als Japa­ner füh­le, fra­ge ich ihn. «Wenn ich das japa­ni­sche Sys­tem kri­ti­sie­re. MEI­NE ANTI-ESTA­BLISH­MENT-HAL­TUNG RÜHRT DOCH GERA­DE DAHER, DASS ICH JAPA­NER BIN.» Sei­ner Mei­nung nach ist für Japan nun der Atom­aus­stieg das wich­tigs­te. «Es ver­än­dert sich was in unse­rer Zeit. Das ist mein Gefühl. Und es geht in die gute Rich­tung», sagt Damo zum ara­bi­schen Früh­ling und den Pro­tes­ten gegen die Wallstreet.

DIE VER­GAN­GEN­HEIT HIN­TER SICH GELASSEN

Damo Suzu­ki hat bereits eine gan­ze gros­se Kar­rie­re hin­ter sich. In den 70er-Jah­ren mach­te er sich einen Namen als Sän­ger der deut­schen Kraut­rock Bank CAN. Auf die­se Ver­gan­gen­heit ange­spro­chen, meint er nur noch: «EHR­LICH GESAGT, DASS INTER­ES­SIERT MICH NICHT MEHR.»

Trotz­dem wird heu­te noch auf sei­nen Kon­zert­pla­ka­ten jeweils damit gewor­ben, dass er der Voka­list von CAN sei. Dazu meint Damo ledig­lich: «Ich will, dass die Men­schen mein heu­ti­ges ich ken­nen­ler­nen. In Aus­tra­li­en gibt es übri­gens eini­ge Leu­te, die Damo Suzu­ki ken­nen, aber von CAN noch nie was gehört haben. Dort­hin möch­te ich jedes Jahr hingehen.»

DAS IST LUXUS

Zum Schluss habe ich ihm noch zum Begriff Luxus gefragt. «Luxus ist, wenn man im Leben machen kann, was man sich wünscht. Das ist bei­spiels­wei­se das Sys­tem her­aus­zu­for­dern. Das ist auch als Damo Suzu­ki zu leben. Sol­che Sachen sind für mich Luxus.»

Wenn man auf­rich­tig lebe, dann sei man wunsch­los glück­lich. «MUSIK MACHEN, REI­SEN UND FREUN­DE GEWIN­NEN, JA, DAS IST LUXUS.», fügt Damo bei. Und wer weiss, viel­leicht wird das Net­work Pro­ject mit dem mit Luxus geseg­ne­ten Damo Suzu­ki auch in dei­ner Stadt vorbeischauen.

Tim & Puma Mimi

Tim & Puma Mimi ist eine Elek­tro­pop-Band bestehend aus dem Schwei­zer Pro­du­zen­ten Tim und der japa­ni­schen Sän­ge­rin Puma Mimi.

Seit 2004 kom­po­niert und pro­du­ziert Tim Songs und spielt Key­board, Flö­te sowie selbst gebau­te Instru­men­te. Der Frui­ti­ly­zer, mit dem er Gur­ken elek­tri­fi­ziert, ist ein Mar­ken­zei­chen der Band. Puma Mimi schreibt dazu die Tex­te in ihrer Muttersprache. 

Bis 2009 spiel­ten Tim & Puma Mimi die welt­weit ers­ten Sky­pe-Kon­zer­te: Mimi sang in den Lap­top in der Küche ihrer japa­ni­schen Woh­nung. Bild und Ton wur­den via Sky­pe in ein Kon­zert­lo­kal in Euro­pa über­tra­gen. Da Mimi in Japan sozu­sa­gen kei­ne Feri­en hat­te, war das die ein­zi­ge Mög­lich­keit Kon­zer­te zu spie­len. Die­ses aus­ser­ge­wöhn­li­che Live-Kon­zept fand viel Beach­tung in den Medien.

Bis jetzt haben Tim & Puma Mimi mehr als 150 Kon­zer­te auf der gan­zen Welt gespielt – Sky­pe und «ech­te» Kon­zer­te. Ihr gröss­ten Auf­trit­te hat­ten sie im Womb Tokio 2007, am Paléo Fes­ti­val Nyon 2009, Sonar Fes­ti­val Bar­ce­lo­na 2010 und Mon­treux Jazz Fes­ti­val 2010. 

OFFI­ZI­EL­LE WEB­SITE: www​.tim​pu​ma​.ch

FACE­BOOK: http://​www​.face​book​.com/​p​a​g​e​s​/​T​i​m​-​P​u​m​a​-​M​i​m​i​/​1​2​5​4​1​0​1​5​0​8​2​6​3​3​6​?​r​ef=ts

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